Zehn Leichen in Massengrab in Myanmar entdeckt

Rohingya-Flüchtlinge im Grenzgebiet zu Bangladesch

In dem in einem Dorf der Rohingya-Minderheit in Myanmar entdeckten Massengrab sind nach Armeeangaben zehn Leichen gefunden worden. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden, "um die Wahrheit über das Grab ans Licht zu bringen", hieß es in einer Erklärung auf der Facebookseite des Armeechefs vom Dienstagabend. Dieser hatte zuvor bereits "harte juristische Maßnahmen" angekündigt, sollten die Sicherheitskräfte für das Massengrab verantwortlich sein.

In dem Facebook-Eintrag waren verschwommene Bilder von skelettierten Leichen zu sehen, die aus dem Grab im Bundesstaat Rakhine geholt wurden. Ein Mitglied der Gruppe, die an der Exhumierung beteiligt war, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Zustand der Leichen deute darauf hin, dass die Opfer nicht in jüngster Zeit getötet worden seien.

Seit einem Angriff auf eine Polizeistation Ende August geht die Armee von Myanmar im Norden des Landes gewaltsam gegen die Rohingya vor. Mehr als 655.000 Angehörige der Volksgruppe flohen seither ins benachbarte Bangladesch. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der gewaltsamen Niederschlagung mindestens 6700 Rohingya getötet. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung des buddhistisch geprägten Myanmar "ethnische Säuberungen" gegen die muslimische Minderheit vor.