Zehn erstaunliche Fakten zum Nikolaus

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Mit etwas Glück ist der Stiefel am Nikolaustag prall gefüllt. (Bild: Getty Images)

Wer das Weihnachtsfest schon Anfang Dezember gar nicht mehr erwarten kann, kommt am Nikolaustag auf seine Kosten. In der Nacht auf den 6. Dezember stellen Jung und Alt ihren geputzten Stiefel vor die Tür, um ihn morgens mit Geschenken und Süßigkeiten gefüllt vorzufinden. Doch kaum jemand weiß, was es eigentlich mit den Brauchtümern rund um den Nikolaus auf sich hat.

1. Den Nikolaus gab es wirklich

Der Namensgeber des Festes geht auf den Heiligen Nikolaus von Myra zurück, der Schätzungen zufolge zwischen 270 und 350 nach Christus lebte. Als Bischof wirkte er im lykischen Myra, einer antiken Stätte, die sich im heutigen Demre in der türkischen Provinz Antalya befindet.


2. Deshalb gibt es Nikolausgeschenke

Der Brauch, Kinder am Nikolaustag zu beschenken, geht auf eine Legende zurück: Bevor Nikolaus zum Bischof wurde, hörte er demnach von einem armen Mann, der seine Töchter verkaufen wollte, weil er sie mangels Mitgift nicht verheiraten konnte. Der durch ein Erbe reich gewordene Nikolaus warf in drei Nächten heimlich Goldklumpen in die Zimmer der Mädchen. In der letzten Nacht entdeckte der Vater den Spender, konnte ihm danken und seine Töchter wegen des neu erlangten Reichtums doch noch verheiraten.

3. Süßwarenindustrie profitiert von Nikolaus

Zu den beliebtesten Geschenken am 6. Dezember zählt ohne Frage der Schokoladennikolaus. Das zahlt sich aus: Allein in Deutschland werden jährlich unglaubliche 143 Millionen Nikolausfiguren aus Schokolade produziert. Rund ein Drittel der Schokofiguren exportiert die Süßwarenindustrie ins Ausland.

Schokonikoläuse sind am 6. Dezember der Renner. (Bild: Getty Images)

4. Der Song des Tages

Es ist ein Nikolaus-Evergreen: “Lasst uns froh und munter sein” – das Lied beschreibt in vielen Strophen, wie Kinder ihren Teller über Nacht aufstellen, um ihn von Nikolaus mit Süßigkeiten bespicken zu lassen. Der Vorweihnachtshit ist bereits im 19. Jahrhundert entstanden. Musik und Text wurden wahrscheinlich aus dem Rheinland oder Hunsrück überliefert.

5. Nikolaus vs. Weihnachtsmann

Weißer Rauschebart, rote Zipfelmütze, langes Gewand: Auf Geschenkverpackungen und Süßigkeiten sind der Nikolaus und der Weihnachtsmann nicht voneinander zu unterscheiden. Dabei ist der Weihnachtsmann eine Erfindung der Neuzeit, die sich besonders ab 1931 als Coca-Cola-Werbefigur wachsender Beliebtheit erfreute.

6. Der böse Sidekick vom Nikolaus

Je nach Region wird Nikolaus häufig von einem strengen Gefolgsmann begleitet. Vielerorts handelt es sich dabei um Knecht Ruprecht, der unartige Kinder bestraft. Im südlichen deutschen Sprachraum geht man noch einen Schritt weiter: Der teuflische Krampus verbreitet unter frechen Kindern rudelweise Angst und Schrecken. Historiker gehen davon aus, dass sich die Figur Knecht Ruprecht im Mittelalter etabliert hat. Die Krampus-Tradition soll auf einen heidnischen Brauch zurückgehen.

Die niederländische Version von Knecht Ruprecht, der “zwarte Piet”, sorgt für eine Kontroverse. (Bild: AP Photo)

7. Der “zwarte Piet” in den Niederlanden

Auch in den Niederlanden wird der Nikolaus zum Sinterklaasfest seit dem 19. Jahrhundert von einem Helfer begleitet, dem sogenannten “zwarten Piet” (zu deutsch: “schwarzer Peter”). Weil dieser bunt gekleidet, schwarz geschminkt und mit einer Afro-Perücke dargestellt wird, herrscht seit Jahren eine Debatte über die Figur. Für viele bedient die Darstellung des “zwarten Piet” rassistische Ressentiments. Verschiedene Gruppen sprechen sich für die Abschaffung der Figur aus.

8. Luxemburg: Schulfrei am Nikolaustag

In Luxemburg dürfte die Vorfreude auf den 6. Dezember besonders groß sein. An dem Tag fällt nämlich der Unterricht für Grundschüler aus, um die Ankunft des “Kleeschen”, wie er in dem Land genannt wird, gebührend zu feiern. An seiner Seite befindet sich der Houseker, der freche Kinder mit der Rute bestrafen will.

9. Nikolaus: Die Reliquien

1087 raubten süditalienische Seeleute die Gebeine des Heiligen und brachten sie nach Bari. Sie gaben an, das Grab geplündert zu haben, um die Überreste vor muslimischen Eroberern zu schützen. Weil Nikolaus schon damals in der christlichen Welt verehrt wurde, entwickelte sich die zu dem Zweck errichtete Basilika San Nicola zu einer Pilgerstätte. Die Gebeine befinden sich noch heute dort.


“Küsse aus Bari. Warten auf Sankt Nikolaus”

10. So sah der Nikolaus wirklich aus

In den 1950er Jahren führte der Vatikan eine Renovierung der Basilika San Nicola durch. In dem Zuge öffnete man auch das Marmorgrab des Heiligen Nikolaus. Seine Knochen landeten in der Pathologie. Dabei stellten Wissenschaftler fest, dass der Mann zu Lebzeiten rund 1,60 Meter groß war. Außerdem hatte er einen auffällig großen Schädel.