Zebrastreifen-Debatte: Schweizer Politiker reagiert auf Verkehrsunfälle

Unfälle an Zebrastreifen sind leider keine Seltenheit. (Bild: ddp images/Fotoagentur Express)

Fußgänger sollen Autofahrern den Vortritt lassen – und zwar auf Zebrastreifen: Mit diesem Vorschlag sorgt ein Schweizer Politiker für Furore.

In einem Bericht des Schweizer Fernsehsenders „Tele M1“ schlägt SVP-Nationalrat Thomas Burgherr vor, dass Fußgänger künftig auf Handzeichen von Autofahrern warten sollen, ehe sie die Straße überqueren. Der Anlass dafür ist ein trauriger: Vergangene Woche kam auf einem Fußgängerweg eine 19-jährige Frau ums Leben, ein 80-Jähriger hatte sie angefahren. In derselben Woche gab es allein in der Schweiz drei Unfälle auf Zebrastreifen. Burgherrs Argumentation: Fußgänger würden oft gedankenlos die Straße überqueren und damit sich selbst sowie andere in Gefahr bringen.

In dem Bericht kommt auch Irène Kälin, die Fraktionspräsidentin der Grünen, zu Wort. Sie kritisiert Burgherrs Vorschlag und gibt zu: „Ich gehöre auch zu denen, die Autofahrer nicht gern haben, die oft ohne Blickkontakt den Fußgängerstreifen überqueren. Weil ich wirklich der Meinung bin, dass das mein Gebiet ist.“

Auf Facebook bekräftigt Burgherr seine Position und kritisiert Kälin für ihre Aussage.

„Es geht darum, die Fußgänger zu schützen. Frau Kälin benennt und bestätigt das Problem ja gerade selber, indem sie sagt, dass auch sie relativ oft ohne Blickkontakt auf den Fußgängerstreifen laufe, weil sie davon ausgehe, dass dieser ihr Gebiet sei. Wenn Passanten unvermittelt den Fußgängerstreifen betreten, führt das genau zu solchen gefährlichen Situationen.“

Fußgänger, die zu sorglos über die Straße gehen, stehen in der Kritik des Politikers. (Bild: AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

In den Kommentaren unter Burgherrs Post bekunden viele, dass sie die Fußgänger in der Pflicht sehen. „Jeden Tag sehe ich dieses Problem auf der Straße, wenn ich zur Arbeit fahre, besonders wenn es dunkel draußen ist. Warum können Fußgänger nicht eine Leuchtmanschette oder Streifen auf der Kleidung tragen“, schreibt eine Nutzerin der Social-Media-Plattform. „Das ist schon lange fällig, DAS zu ändern. Manchmal sind Fußgänger Selbstmörder. Respekt auch für Fahrradfahrer, Motorräder – gegenseitiges Verständnis, gebe weniger Tote!“, schreibt eine andere Person.

Noch schärfer kritisiert ein anderer User die Situation: „Die Schweizer sind an Dummheit nicht zu überbieten. Denn Fußgänger hätten nie Vortritt kriegen dürfen! Aber die Schweiz lernt immer erst aus gemachten Fehlern! Mit gesundem Menschenverstand hätte man bis dato bestimmt viele unnötige Unfälle verhindern können, indem man das Straßenverkehrsgesetz „Fußgänger vor anderen” gar nie eingeführt hätte.“