ZdK-Präsident fordert Signal kirchlicher Wertschätzung für homosexuelle Paare

Sonntag tritt die Ehe für alle in Kraft

Kurz vor dem Inkrafttreten der Ehe für alle hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ein Signal der kirchlichen Wertschätzung für homosexuelle Paare gefordert. "Wir wollen einen Segen für sich liebende Menschen", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. Derzeit hätten die Bischöfe keine Leitlinie für die Segnung gleichgeschlechtlicher Liebesbeziehungen. Es sei aber ein Signal der kirchlichen Wertschätzung nötig und dafür setze sich das ZdK ein.

Eine Segnung liebender Paare dürfe allerdings "nicht mit einer Eheschließung zwischen Mann und Frau verwechselt werden", sagte Sternberg. Zwischen diesen beiden Dingen gebe es "gravierende Unterschiede". Nach katholischem Verständnis sei die Eheschließung nach wie vor ein Sakrament und finde vor dem Priester in der Kirche statt und nicht auf dem Standesamt.

Ab Sonntag, also ab dem 1. Oktober, können sich homosexuelle Paare regulär auf dem Standesamt das Jawort geben und eine Ehe schließen. Bislang war nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich, die der Ehe rechtlich nicht gleichgestellt war. Der Bundestag hatte im Sommer mit einer historischen Gesetzesänderung den Weg für die Ehe für alle freigemacht.