Zanardi fährt erstmals ohne Prothesen

Sportinformationsdienst
Alessandro Zanardi war nach seiner Rennkarriere auch bei den Paralympischen Spielen erfolgreich

Der beinamputierte Ex-Formel-1-Pilot Alex Zanardi (Italien) wird bei seinem Gaststart in der deutschen Tourenwagenserie DTM in Misano (25./26. August) erstmals ohne Prothesen im Cockpit seines BMW M4 DTM sitzen. Das teilte der Münchner Autobauer am Montag mit.

Demnach ist die Entwicklung eines entsprechenden Boliden für Zanardi für einen Start beim legendären 24-Stunden-Rennen von Daytona im kommenden Jahr bereits schon weit genug für eine Premiere in Misano fortgeschritten. Der 51-Jährige soll in dem angepassten Cockpit mit der Hand nunmehr auch die Bremse betätigen und nicht nur Gas geben können. Außer körperliche Vorteile durch eine verbesserte Blutzirkulation ohne Prothesen soll der Verzicht Zanardi im Falle eines Unfalls oder Defekts bessere Möglichkeiten zum Verlassen des Fahrzeugs und zur Entfernung von dem Boliden bringen.

Zanardi war 2001 bei einem Rennen der Indy-Car-Serie auf dem Lausitzring in einen schlimmen Unfall verwickelt worden. Daraufhin mussten dem ehemaligen Formel-1-Teamkollegen von Ralf Schumacher beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden. Zanardi kämpfte sich dennoch wieder zurück und setzte seine Karriere im Motorsport in den folgenden Jahren fort. Auch mit dem Handbike erzielte er erstaunliche Erfolge. Zudem nahm er auch schon am legendären Hawaii-Triathlon teil.

Zwischen 2005 und 2009 fuhr Zanardi für BMW in der Tourenwagen-WM und startete beim 24-Stunden-Rennen in Spa 2015 an der Seite von Timo Glock und Bruno Spengler. Bei den Paralympics 2012 und 2016 gewann Zanardi im Handbike vier Goldmedaillen. Für Januar 2019 ist sein Start beim legendären 24-Stunden-Rennen von Daytona geplant.