Zalando enttäuscht mit Quartalsgewinn - Aktie knickt ein - Aufwärtstrend aber intakt

DER AKTIONÄR
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Zalando enttäuscht mit Quartalsgewinn - Aktie knickt ein - Aufwärtstrend aber intakt

Der Online-Modehändler Zalando hat mit seinen vorläufigen Geschäftszahlen fürs dritte Quartal an der Börse zwischenzeitlich für Enttäuschungen gesorgt. Zwar konnte das Wachstumstempo beim Umsatz nochmals beschleunigt werden. Doch hohe Investitionen zum Ausbau des Geschäfts drückten stärker als erwartet auf das operative Ergebnis.

Nach Zalando-Angaben konnte der Quartalsumsatz um 27,5 bis 29,5 Prozent auf 1,06 bis 1,08 Milliarden Euro gesteigert werden. Für den selben Zeitraum erwartet der Versandhändler jedoch ein bereinigtes EBIT zwischen minus fünf und plus fünf Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando operativ noch 20 Millionen Euro verdient.

An der Börse rauschte der MDAX-Wert daraufhin am Mittwochmorgen zeitweise um gut fünf Prozent auf 42,11 Euro in die Tiefe. Bis zum Nachmittag erholte sich die Aktie wieder auf etwa 43 Euro.

Die Käufer kehrten zurück, nachdem sich mehrere Analysten positiv zum Modehändler geäußert hatten. So verweist Andreas Riemann von der Commerzbank auf das Umsatzwachstum und die günstige Bewertung der Aktie und hält an seiner Kaufempfehlung fest.

Einstieg in den Markt für Beauty-Produkte

Volker Bosse von der Baader Bank verweist zudem auf den strategisch richtigen Schritt von Zalando, in den Beauty-Markt einzusteigen. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, ab Februar 2018 auch Make-up, Parfüm und Antifalten-Cremes zu verkaufen, um so "die Chancen des Onlinehandels in diesem Bereich zu nutzen und das eigene Modesortiment zu ergänzen." Zalando werde ein breites Sortiment entlang der gesamten Produktpalette und zu verschiedenen Preiskategorien anbieten. Die Produkte sollen zunächst nur in Deutschland verkauft werden, nach einer erfolgreichen Anlaufphase seien weitere Märkte geplant.

Co-Vorstandschef Rubin Ritter sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX, das Onlinegeschäft im Marktsegment Beauty-Produkte stecke noch in den Kinderschuhen. Das Geschäft mit Schönheitsartikeln sei größtenteils noch stationär, es gebe keinen dominanten Online-Händler. "Daher gibt es viel Entwicklungspotenzial.“ Konkrete Umsatzprognosen wollte er noch nicht nennen, er gehe aber davon aus, dass mehrere hundert Millionen des insgesamt 80 Milliarden Euro großen Marktes möglich sein sollten.

Neue Rekordhöhen möglich

Die Zalando-Aktie ist seit dem Börsengang vor drei Jahren eine Erfolgsgeschichte. Vom Tiefstand bei 17 Euro ging es unter Schwankungen hinauf bis zum bisherigen Allzeithoch bei 45,50 Euro, bevor eine Konsolidierung einsetzte. Angesichts der Wachstumsperspektiven im Online-Geschäft und der Strategie, mehr und mehr zu einem Dienstleister für Markenhersteller und andere Händler zu werden - ein "Amazon für Mode und Beauty", steht dem Unternehmen wohl noch eine große Zukunft bevor.

Aktuell läuft die Aktie seit Juli in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Schafft sie es, den alten Rekord vom 19. Juni 2017 zu überbieten, dürfte es mal wieder heißen: "Schrei vor Glück." Dann sind auch Kurse um 50 Euro drin. DER AKTIONÄR empfiehlt: Engagiert bleiben, Stopp bei 33,50 Euro setzen.