Zak Brown: Wie das "neue Normal" der Formel 1 mit Corona aussehen könnte

Juliane Ziegengeist

Die Formel 1 arbeitet mit Hochdruck auf ihren voraussichtlichen Saisonstart Anfang Juli in Spielberg hin, nachdem die ersten zehn Saisonrennen wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden konnten. Schon jetzt ist klar, dass auch im Juli eine Rückkehr zum "normalen" Rennbetrieb nicht möglich sein wird.

Keine Zuschauer, strenge Verhaltensregeln im Paddock und regelmäßige Tests: Um ein Höchstmaß an Sicherheit für alle Beteiligten zu garantieren, wird eine neue, eine andere Normalität einkehren müssen. Dessen ist sich auch McLaren-CEO Zak Brown bewusst.

"Wenn man es aus der Sicht eines Fans betrachtet, hat man Hunderttausende von Menschen bei den Rennen, das scheint kurzfristig sicher nicht wahrscheinlich", analysiert er im Exklusivinterview mit dem Podcast unserer Schwesterplattform 'Autosport'. Die Formel 1, wie man sie kennt, werde es wohl nur mit einem Impfstoff wieder geben.

Brown: Social Distancing bleibt Teil der neuen Realität

Bis dahin wird man sich anpassen müssen. "Ich hoffe, dass wir dem alten Normal ziemlich nahe kommen werden", sagt Brown, "aber das neue Normal, was auch immer das sein mag, wird, glaube ich, ein gewisses Maß an Social Distancing mit sich bringen."

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Wie genau das aussehen wird, wenn wieder Zuschauer an die Rennstrecken dürfen, ist allerdings unklar. "Kann man 10.000 Menschen auf eine einzige Tribüne packen oder muss man das auf 5.000 begrenzen, sodass jeder einfach ein bisschen mehr Platz hat?", fragt sich Brown und zieht einen interessanten Vergleich.

"Im Zuge der verschiedenen Terroranschläge, die es in der ganzen Welt gegeben hat, wurden auch auf den Rennstrecken Sicherheitsvorkehrungen eingeführt, die es vorher nicht gab. Es ist jetzt, als würde man durch einen Flughafen gehen." Für die meisten gehört das mittlerweile zur Routine, man hat sich schlichtweg daran gewöhnt.

Besonderes Bewusstsein für die Corona-Gefahrenlage

Mit COVID-19-Tests könnte es ähnlich sein, mutmaßt der McLaren-CEO: "Kommt noch hinzu, dass jeder getestet wird, um festzustellen, ob er Fieber hat? Vielleicht, wahrscheinlich." Dass die Menschen dafür besonders sensibilisiert sind, sieht er schon jetzt.

Davon schließt Brown sich selbst nicht aus: "Als ich von Australien zurückflog, hustete der Mann auf dem Sitz hinter mir den ganzen Flug über! Hoffentlich ging es ihm gut, aber mir war es ziemlich unangenehm, dass 15 Stunden lang ein Mann hinter mir die ganze Zeit hustete, und ich wollte, dass er sich in den hinteren Teil des Flugzeugs setzt."

Weitere Co-Autoren: Jonathan Noble. Mit Bildmaterial von LAT.