Zahlreiche Tote bei Serie der Gewalt im Zentrum von Mali

Blauhelmsoldat im Zentrum von Mali

Bei einer Serie der Gewalt zwischen Volksgruppen in Mali sind am Freitag 30 Menschen getötet worden. Bei einem bewaffneten Überfall auf ein Dorf wurden mindestens 21 Menschen getötet, wie die Regierung mitteilte. Etwa 30 Angreifer hätten in der Nacht zum Freitag den Ort Ogossagou gestürmt, sagte der Ortsvorsteher Aly Ousmane Barry der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Opfer seien verbrannt worden. Neun Soldaten starben wenig später in einem Hinterhalt.

Die Täter überfielen das Dorf im Zentrum des Landes demnach wenige Stunden nach dem Abzug der malischen Armee aus der Region. "Hütten und Pflanzen wurden angezündet, Vieh wurde verbrannt oder geraubt", sagte Regierungssprecher Yaya Sangare. Ein Abgeordneter aus Ogossagou bestätigte die Opferzahl. 28 weitere Dorfbewohner würden zudem vermisst. Er machte Kämpfer der rivalisierenden Volksgruppe der Dogon für die Tat verantwortlich.

Das hauptsächlich von Angehörigen der Fulbe-Volksgruppe bewohnte Dorf Ogossagou war bereits vor einem Jahr Schauplatz eines Massakers mit etwa 160 Toten. Auch damals waren die Dogon für die Tat verantwortlich gemacht worden.

In einem Hinterhalt in der Region Gao wurden am Freitag acht malische Soldaten getötet und vier weitere verletzt, wie die Armee mitteilte. Wer für den Angriff in dem Dorf Bintia verantwortlich war, war zunächst unklar. Ein weiterer Soldat starb bei einem Angriff auf ein Militärlager in Mondoro, wie Sicherheitskräfte mitteilte.

Im Zentrum Malis verschärften sich in den vergangenen Jahren die ethnischen Konflikte zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Ackerbau betreiben. Dies wird mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung gebracht, der vor allem unter den Fulbe Kämpfer rekrutiert.

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz; sie beteiligt sich unter anderem an der UN-Mission Minusma im Norden des Landes.