Zahlreiche Festnahmen zum Jahrestag der Gezi-Proteste - Oppositionelle Kaftancioglu wieder frei

In der Türkei sind bei Demonstrationen zum Jahrestag der Gezi-Proteste zahlreiche Menschen festgenommen worden. Eine Anwältin warf der Polizei vor, Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt zu haben. Vier Menschen seien auf der Polzeiwache geschlagen worden. Eine Reporterin berichtete von teilweise brutalen Polizeieinsätzen.

Die Demonstrationen erinnern an die Gezi-Proteste vor neun Jahren, die am Taksim-Platz begonnen hatten. Die späteren Massenproteste riefen zum Widerstad gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan und die regierende islamisch-konservative AKP auf. Sie wurden von der Regierung brutal niedergeschlagen. Zahlreiche Demonstrierende sitzen weiter in türkischen Gefängnissen.

Auch wegen der Gezi-Proteste verurteilt wurde die bekannte Oppositionspolitikerin Kanan Kaftandscholu Canan Kaftancioglu. Sie hatte den Tod eines 14-Jährigen, der bei der Demo durch eine Tränengasgranate starb, in den sozialen Netzwerken kritisiert. Nach jahrelangen Prozessen und mehreren Urteilen wurde sie am Dienstag in ein Istanbuler Gefängnis gesteckt - um wenige Stunden später wieder freigelassen zu werden. Die sozialdemokratische CHP, der sie angehört, sprach von "reiner Willkür".

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