Zahl der Verkehrstoten in Deutschland auf Rekordtief gesunken

Unfall in der Nähe von München

Trotz eines Anstiegs bei den Verkehrsunfällen ist die Zahl der Toten im Straßenverkehr in Deutschland auf ein Rekordtief gesunken. Im vergangenen Jahr kamen 3177 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Dies waren demnach 29 Getötete oder 0,9 Prozent weniger als im Jahr davor und der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren.

Der Statistik zufolge ging auch die Zahl der Verletzten zurück, um 2,1 Prozent auf 388.200 Menschen. Zu dem Rückgang kam es trotz steigender Unfallzahlen. Wie die Statistiker mitteilten, erhöhte sich die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Unfälle um zwei Prozent auf rund 2,6 Millionen. Dies war demnach ein neuer Höchststand. Bei 2,3 Millionen Unfällen sei es bei Blechschäden geblieben, bei 301.200 Unfällen wurden Menschen verletzt oder getötet.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht in den Zahlen keinen Grund für Entwarnung. Tatsächlich seien sie immer noch "erschreckend hoch", erklärte Gewerkschaftschef Rainer Wendt. So hinke Deutschland dem selbst erklärten Ziel, die Zahl der Verkehrstoten von 2010 bis 2020 um 40 Prozent zu senken, weit hinterher. 2010 hatte es 3648 Tote auf Deutschlands Straßen gegeben, das 2011 aufgelegte Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes beinhaltet als Ziel bis 2020 Prozent 40 Prozent weniger Verkehrstote.

Wendt erklärte, außerdem könne durch eine höhere Kontrolldichte durch die Polizei, eine bessere Ausstattung der Autos mit Sicherheitsassistenzsystemen sowie einen Ausbau der Straßeninfrastruktur mehr getan werden.

Nach einer von Januar bis November reichenden detaillierten Analyse der Zahlen kamen deutlich weniger Autoinsassen ums Leben. Hier gab es einen Rückgang um 7,4 Prozent oder 104 Getötete, erklärten die Statistiker. Auch die Zahl der getöteten Fußgänger sank mit 28 Todesopfern (minus 6,4 Prozent) spürbar. Einen deutlichen Anstieg gab es dagegen bei tödlichen Motorradunfällen, hier stieg die Zahl der Toten um 46 oder 8,6 Prozent. Bei Lastwagenfahrern gab es sogar einen Anstieg um 24,2 Prozent, dies waren 30 Getötete mehr.

Für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) sind die Zahlen "kein Grund durchzuatmen". Immerhin habe "die Zahl der Unfälle insgesamt einen neuen Höchststand erreicht", erklärte DVR-Präsident Walter Eichendorf in Berlin. Alarmierend seien "insbesondere die gestiegenen Zahlen bei den Getöteten auf Motorrädern und Motorrollern sowie der massive Anstieg getöteter Lastwageninsassen".

Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit jeweils 59 Todesopfern sowie in Niedersachsen mit 51 Todesopfern je eine Million Einwohner am höchsten. Weit unter dem Bundesdurchschnitt von 38 Getöteten je eine Million Einwohner lagen aufgrund ihrer Siedlungsstruktur die Stadtstaaten, aber auch Nordrhein-Westfalen, wo auf eine Million Einwohner 25 Getötete kamen.