Zahl der Toten durch Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen auf 23 gestiegen

Die Zahl der Toten durch den Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen ist auf mindestens 23 gestiegen - unter ihnen ein Fahrer der Nachrichtenagentur AFP. Wie das afghanische Gesundheitsministerium am Montag mitteilte, kann sich die Totenzahl noch erhöhen

Die Zahl der Toten durch den Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen ist auf mindestens 23 gestiegen - unter ihnen ein Fahrer der Nachrichtenagentur AFP. Wie das afghanische Gesundheitsministerium am Montag bekanntgab, kann sich die Totenzahl noch weiter erhöhen. Mehr als hundert Menschen wurden zudem verletzt, als sich am Sonntag ein Attentäter in die Luft sprengte.

Der Anschlag galt dem einstigen afghanischen Milizenführer und jetzigen Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum nach dessen Rückkehr aus dem Exil. Dostum, der dem Attentat nach seiner Landung auf dem Flughafen Kabul entkam, war im Mai vorigen Jahres in die Türkei ausgereist. In Afghanistan drohte ihm damals ein Verfahren wegen Misshandlung, Entführung und Vergewaltigung eines politischen Rivalen.

Zu dem Anschlag vom Sonntag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) über ihr Sprachrohr Amaq, wie das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte. Unter den Todesopfern war auch der 31-jährige AFP-Fahrer Mohammed Achtar. Seine Kollegen schätzten den Vater von vier Kindern wegen seines freundlichen und aufrichtigen Wesens als "großen Freund". Erst im April war der AFP-Chef-Fotograf in Kabul, Schah Marai, bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt getötet worden.