Mehr als hundert Tote bei Sandstürmen und Gewittern in Indien

1 / 2
Motor-Rikscha im Sandsturm

Bei schweren Sandstürmen und Gewittern sind in Indien mindestens 116 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 250 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben vom Donnerstag verletzt, als heftige Stürme mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 130 Stundenkilometern am Mittwoch über die nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Rajasthan und Punjab hinwegzogen.

Einen Tag zuvor waren bei schweren Gewittern im südlichen Staat Andhra Pradesh mindestens 14 Menschen getötet worden, als innerhalb weniger Stunden mehr als 41.000 Blitze einschlugen, wie die Behörden am Donnerstag berichteten.

Die schweren Sandstürme tauchten weite Gebiete in völlige Dunkelheit. Die meisten Opfer wurden nach Behördenangaben im Schlaf durch umstürzende Mauern, Bäume oder Strommasten erschlagen. Während der Sommermonate schlafen viele Inder im Freien, um der Hitze in den Häusern zu entgehen.

Am schwersten betroffen war der Bezirk Agra in Uttar Pradesh, wo sich auch das berühmte Mausoleum Taj Mahal befindet. Das Taj Mahal wurde durch die Unwetter nicht beschädigt. Vergangenen Monat waren bei einem Sturm in der Gegend 15 Menschen getötet und zwei Ziertürme am Eingang des Taj Mahal zerstört worden.

Derartige Stürme wüten in Indien jedes Jahr. Die Unwetter in der Nacht zum Donnerstag zählten allerdings zu den folgenschwersten der vergangenen Jahrzehnte.

"Ich habe so einen zerstörerischen Sturm seit mindestens 25 Jahren nicht erlebt", sagte Shivam Lohia, Hotelbesitzer in Alwar im Norden von Rajasthan, der Nachrichtenagentur AFP. Häuser und Bäume seien umgeweht worden, alle Menschen hätten Angst gehabt. "Es war ein Alptraum", sagte Lohia, der fast in seinem Auto fortgerissen worden wäre. Der Wetterdienst sagte unterdessen weitere Unwetter voraus.