Zahl der Pest-Toten in Madagaskar auf mehr als 90 gestiegen

Die Zahl der Pest-Toten in Madagaskar hat sich auf mehr als 90 erhöht. Die Zahl der Verdachtsfälle stieg laut WHO seit Beginn des Ausbruchs auf mehr als 1100, von denen 300 bereits im Labor bestätigt wurden

Die Zahl der Pest-Toten in Madagaskar hat sich auf mehr als 90 erhöht. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf mitteilte, starben in dem Inselstaat vor der Ostküste Afrikas in diesem Jahr bereits 94 Menschen an der ansteckenden Krankheit. Bis Anfang der Woche waren es 74 Tote gewesen.

Die Zahl der Verdachtsfälle stieg laut WHO seit Beginn des Ausbruchs auf mehr als 1100, von denen 300 bereits im Labor bestätigt wurden.

Nach Angaben des WHO-Direktors für Gesundheitsnotfälle in Afrika, Ibrahima Soce Fall, schickte die UN-Organisation 1,3 Millionen Antibiotika-Dosen nach Madagaskar. Diese reichten für die Behandlung von 5000 Patienten und könnten weitere 100.000 Menschen schützen. Madagaskar befinde sich mitten in der "aktiven Phase des Ausbruchs", sagte Fall. Es müsse mit weiteren Fällen gerechnet werden.

In Madagaskar gibt es seit 1980 fast jedes Jahr einen Pest-Ausbruch, meist zwischen September und April. Das Ungewöhnliche in diesem Jahr ist, dass auch Städte betroffen sind, darunter die Hauptstadt Antananarivo.

Die Beulenpest wird von infizierten Ratten über Flöhe auf den Menschen übertragen. Mit der selteneren, aber gefährlicheren Lungenpest stecken sich Menschen gegenseitig durch Husten an. Die Lungenpest kann bereits binnen 24 Stunden tödlich sein. Laut WHO leiden die meisten Patienten in Madagaskar an der Lungenpest.