Zahl der Gewebespender 2017 deutlich gestiegen

Blick in einen Operationssaal

Die Kliniken in Deutschland vermitteln immer mehr Gewebespenden von Verstorbenen für die Transplantation etwa von Augenhornhäuten oder Herzklappen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) am Montag mitteilte, stieg die Zahl der eingegangenen Spendermeldungen 2017 auf rund 32.000 - über 20 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Mehr als 2300 Menschen spendeten demnach im vergangenen Jahr Gewebe. Dadurch hätten über 4700 Menschen "zeitnah und sicher" mit einem Gewebetransplantat versorgt werde können.

"Unser besonderer Dank gilt den Spendern und ihren Angehörigen", erklärte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel. Darüber hinaus spiele auch das Engagement der Krankenhäuser eine entscheidende Rolle. Insgesamt unterstützen demnach mehr als 80 Kliniken die Gewebespende durch die Meldung möglicher Gewebespender. Dadurch nähmen diese Kliniken ihre "gesellschaftliche Verantwortung" für die Versorgung der betroffenen Patienten wahr, erklärte Börgel. "Denn der Bedarf an humanen Gewebetransplantaten ist hoch."

Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind neben Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen auch Knochen, Sehnen, Bänder und Haut. Nach Angaben der DGFG kann fast jeder Verstorbene Gewebe spenden. Von lebenden Spendern kommt die Amnionmembran, die in der Augenheilkunde zum Einsatz kommt - sie ist Teil der Plazenta und kann von einer Mutter nach einer Kaiserschnittgeburt gespendet werden. 2017 taten dies der DGFG zufolge 15 Mütter.

Die gemeinnützige DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Sie vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen.