Zahl der Ertrunkenen im vergangenen Jahr deutlich gesunken

Die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Sie fiel einer Zählung der Rettungsorganisation DLRG zufolge im Vergleich zu 2016 um etwa ein Viertel auf mindestens 404 Menschen

In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Menschen ertrunken. Ihre Zahl fiel einer am Dienstag veröffentlichten Zählung der Rettungsorganisation DLRG zufolge im Vergleich zu 2016 um etwa ein Viertel auf mindestens 404 Menschen. Die DLRG begründete dies mit dem vergleichsweise kühlen und verregneten Sommer des Jahres 2017.

"Der Wettergott hat uns in die Karten gespielt", erklärte der Präsident der Deutschen Lebensrettunggesellschaft (DLRG), Achim Haag, in Bad Nenndorf. Die Witterung habe viele Menschen davon abgehalten, im Freien baden zu gehen.

Der DLRG-Statistik zufolge starben mehr als drei Viertel der Ertrunkenen (339) in Flüssen, Seen, Kanälen, Gräben und anderen Binnengewässern. An den Küsten von Nord- und Ostsee gab es 28 Todesfälle, zwölf weitere Menschen ertranken in Schwimmbädern. Zwei starben in privaten Pools, ebenso viele wie in Hafenbecken. 21 weitere Fälle waren nicht zugeordnet.

Binnengewässer seien nach wie vor "die Gefahrenquelle Nummer eins", erklärte Haag. Nur vergleichsweise wenige Badestellen würden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko sei dort viel höher als in Schwimmbädern oder an Küsten. Kommunen und Landkreise täten nicht genug dagegen, kritisierte er. Seine Organisation könnte viele der Gefahrenstellen entschärfen.

Die meisten Ertrunkenen waren den Angaben zufolge ältere Menschen, mehr als ein Drittel (147) war älter als 55 Jahre. Zugleich starben 14 Kinder im Grund- und Vorschulalter. Haag machte die "zurückgehende Schwimmfertigkeit" bei Kindern dafür mitverantwortlich. Ein Fünftel bis ein Viertel der deutschen Grundschulen böten inzwischen gar keinen Schwimmunterricht mehr an, monierte er. "Diese Entwicklung ist alarmierend."

Im weltweiten Vergleich steht Deutschland nach Angaben der DLRG allerdings "sehr gut" da. Mit nur 0,49 Ertrunkenen auf 100.000 Einwohner befindet sich die Bundesrepublik gemeinsam mit Ländern wie den Niederlanden und Schweden in einer Spitzengruppe.