Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich wieder auf über Hundert gestiegen

Wolfgangsee

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich ist wieder auf über Hundert gestiegen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 119 neue Infektionsfälle registriert worden, meldete das österreichische Innenministerium am Dienstag. 30 Fälle wurden allein in Oberösterreich gemeldet, wo sich der bei Touristen beliebte Ort St. Wolfgang zu einem neuen Hotspot entwickelt hat.

Dort stieg die Zahl der seit dem Wochenende positiv Getesteten bis Montagabend auf 62, wie der Krisenstab des Bundeslands nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitteilte. Nur bei 38 der insgesamt 1183 Tests standen demnach die Ergebnisse noch aus.

Von Infektionen betroffen sind laut APA 17 Hotels und Lokale sowie ein Geschäft in St. Wolfgang, ein Gasthaus und ein Badeplatz in Ried/St. Gilgen sowie ein Gasthof in Strobl.

Getestet wurden Hotel- und Gaststättenmitarbeiter, Gäste und Einheimische. Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen, die sich teilweise Doppel- und Dreibettzimmer teilten. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in zwei inzwischen geschlossenen Bars. Laut den Behörden von Oberösterreich stammen alle Infizierten aus dem Inland.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. Der Tourismusverein von St. Wolfgang verwahrte sich jedoch gegen den Vergleich: Die Gemeinde im Salzkammergut sei nicht "der Partyort in den Alpen", zitierte APA den Verband. Dieser zeigte sich zudem zuversichtlich, den Ausbruch eingrenzen zu können.

Insgesamt registrierten die österreichischen Behörden bislang 20.677 Infizierte, von denen 18.379 inzwischen wieder genesen sind. 713 Menschen starben demnach an den Folgen ihrer Infektion.