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Zahl der Bootsmigranten steigt rasant: Regierung und NGOs streiten um Seenotrettung

Rund 700 Menschen, die in den vergangenen Tagen auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen sind, werden nach Porto Empedocle auf Sizilien verlegt. Von dort aus sollen sie auf verschiedene Aufnahmezentren des Landes verteilt werden.

Seit Beginn des Jahres sind 17.592 Bootsmigranten in Italien angekommen, fast dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum in den beiden Vorjahren. (2022: 5.995, 2021: 5.976).

Zwischen der italienischen Regierung und Hilfsorganisationen hat sich der Streit um die Steuerung der Migrationsströme verschärft.

Retten, wie es das internationale Recht verlangt

Giorgia Linardi, Sprecherin der NGO “Sea Watch” sagt: "Wir fordern von der Regierung, dass sie sich um die Seenotrettung kümmert. Sie sind nach Cutro gekommen, um über alles Mögliche zu reden. Aber das, was sie eigentlich erklären sollten, ist, wie sie sicherstellen wollen, dass alle Menschen, die sich auf See in Gefahr befinden, gerettet werden, wie es das internationale Recht verlangt."

Im Flüchtlingslager von Lampedusa, das maximal 400 Menschen aufnehmen kann, befanden sich in den letzten Tagen mehr als 2.000 Menschen.

Mehr als 1.300 Migranten wurden am Samstag von der italienischen Küstenwache überfüllten Flüchtlingsbooten gerettet, während eine Kundgebung der vielen Todesopfer des Schiffsunglücks gedachte, bei dem vor zwei Wochen (am 26. Februar) 79 Menschen vor der Küste Kalabriens in Süditalien ums Leben kamen.

Am Sonntag wurden vor der libyschen Küste bei einem Bootsunglück 17 Menschen gerettet, 30 Menschen gelten weiter als vermisst.

Das Schiffsunglück vor Kalabrien hat in Italien schockiert und heftige Kritik an der Regierung von Giorgia Meloni ausgelöst, die einen harten Migrarionskurs fährt.