Zahl der Beschwerden von Fluggästen in diesem Jahr stark gestiegen

Check-in bei Air Berlin

Ärger mit der Airline, mit der Bahn oder dem Fernbus: In diesem Jahr haben sich so viele Reisende wie nie an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in Berlin gewandt. Geschäftsführer Heinz Klewe erwartet rund 15.600 Anträge und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr, wie er am Dienstag in einer Vorabbilanz erklärte. Drei von vier Verbrauchern beschweren sich bei der SÖP demnach über ihre Fluggesellschaft. Die Zahl der Beschwerden über die Bahn und über Fernbusunternehmen nahm ebenfalls deutlich zu.

Die privatrechtlich organisierte SÖP schlichtet seit 2010 bundesweit außergerichtlich Streitigkeiten zwischen Reisenden und Bahn-, Bus-, und Schiffsunternehmen sowie U- und S-Bahn-Betreibern. Seit November 2013 ist sie für Schlichtungen zwischen Fluggesellschaften und ihren Kunden zuständig. Voraussetzung ist, dass Passagiere sich zunächst erfolglos beim Unternehmen beschwert haben.

Die deutlich gestiegenen Zahlen seien auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Verbraucher die Vorteile der SÖP-Schlichtung kennen, erklärte Geschäftsführer Klewe. Die Beschwerden über Fluggesellschaften nahmen im Vorjahresvergleich um zwölf Prozent zu. Gründe dafür waren auch die vielen Ausfälle bei Air Berlin wegen des plötzlich auftretenden hohen Krankenstands bei Piloten und Flugbegleitern und die Pleite des Unternehmens, wie die SÖP erläuterte.

Die Zahl der Schlichtungsanträge von Bahnreisenden kletterte 2017 sogar um 16 Prozent, nachdem sie in den letzten drei Jahren stets leicht zurückgegangen war. Die Deutsche Bahn, mit der die meisten fahren, hat ihr Pünktlichkeitsziel dieses Jahr nicht erreicht. Sie machte die vielen Sturmschäden und Baustellen verantwortlich.

Die steigende Zahl der Beschwerden über Fernbusunternehmen ist laut SÖP auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen den Fernbus nutzen. Die Anträge auf Schlichtung eines Streits nahmen um 40 Prozent zu.