Zahl der Arbeitslosen bewegt sich Richtung Zwei-Millionen-Marke

Schild einer Arbeitsagentur

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland steuert in Richtung der Zwei-Millionen-Marke. Der Chef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, sagte am Mittwoch, die derzeit noch bei rund 2,55 Millionen liegende Zahl der Jobsuchenden könne bei einem guten Frühjahrs- und Herbstaufschwung in den Bereich von zwei oder 2,1 Millionen sinken. Die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt ist demnach in allen Bereichen anhaltend positiv.

Von Januar auf Februar verringerte sich die Zahl der Jobsuchenden um 24.000 auf 2,546 Millionen. Gegenüber dem Februar des Vorjahres waren 216.000 Menschen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sank binnen eines Monats um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

Scheele sagte, die gute Entwicklung habe sich fortgesetzt. Auch der aktuell scharfe Frost ändere nichts daran. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter auf Wachstumskurs, und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf sehr hohem Niveau." Es könne sein, dass sich die Zahlen im Jahresverlauf in Richtung der Zwei-Millionen-Marke bewegen - festlegen lassen wollte sich Scheele darauf aber nicht. Für ein Ende des Booms gebe es aber jedenfalls überhaupt keine Anzeichen.

Den BA-Angaben zufolge geht es auch bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt voran. "Es geht weiter aufwärts", sagte Scheele. Inzwischen gebe es 209.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Flüchtlinge, 79.000 mehr als vor einem Jahr. Allein im vergangen Monat seien 7000 Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert worden, sagte BA-Vorstand Raimund Becker. "Da ist Dynamik drin."

Insgesamt stieg die Zahl der Erwerbstätigen nach den jüngsten vorliegenden Zahlen im Januar auf 44,28 Millionen, dies waren 625.000 mehr als vor einem Jahr und 60.000 mehr als im Dezember. Der Anstieg beruht laut BA allein auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nach BA-Hochrechnungen hatten im Dezember 32,56 Millionen Menschen eine Arbeit, bei der sie Beiträge in die Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen mussten - 711.000 mehr als ein Jahr davor.

Wie der BA-Chef sagte, gebe es vor allem im Handwerk zunehmend Engpässe wegen fehlender Arbeitskräfte. Es würden laufende Aufträge abgearbeitet, aber keine neuen Aufträge mehr angenommen.

Die Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann forderte mehr Anstrengungen für Langzeitarbeitslose. Sie bekräftigte die Forderung ihrer Partei nach einem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor. Anstatt sich über einen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten Arbeitgeber stärker als bisher die Anstellung von Langzeitarbeitslosen erwägen.

Grünen-Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn erklärte, die nächste Bundesregierung müsse etwas dagegen unternehmen, dass nach wie vor 1,2 Millionen Erwerbstätige ihr Einkommen mit Arbeitslosengeld II aufstocken müssen. In dieser Gruppe sei von einer hohen Dunkelziffer verdeckter Armut auszugehen. Die Bundesregierung dürfe nicht länger die Augen vor Armut in Deutschland verschließen.