Zahl der Aids-Toten halbiert sich innerhalb eines Jahrzehnts auf eine Million

HIV-Test

Die Zahl der Aids-Toten hat sich innerhalb eines Jahrzehnts weltweit auf eine Million halbiert. Zugleich ging die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurück, wie es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der UN-Organisation Unaids heißt. Besondere Fortschritte im Kampf gegen Aids gab es demnach im südlichen und östlichen Afrika. Allerdings steigt in einigen Regionen die Zahl der Todesfälle und Neuinfektionen.

Im vergangenen Jahr starben weltweit eine Million Menschen an der Immunschwächekrankheit, wie die UN-Experten schreiben. Auf dem Höhepunkt der tödlichen Epidemie im Jahr 2005 waren es noch 1,9 Millionen Menschen gewesen. Mit dem HI-Virus steckten sich im vergangenen Jahr weltweit 1,8 Millionen Menschen an. Das waren fast halb so viele wie der Höchststand von 3,5 Millionen Neuinfektionen im Jahr 1997.

Parallel dazu stieg die Zahl der Infizierten, die mit HIV-Medikamenten behandelt werden, auf ein historisches Hoch. "2016 hatten 19,5 Millionen der 36,7 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu Behandlung", heißt es in dem Unaids-Bericht. Damit würden erstmals mehr als die Hälfte aller Infizierten weltweit medikamentös behandelt.

Mit HIV-Medikamenten kann eine Vermehrung der Viren im Körper verhindert werden. Die Krankheit Aids an sich ist aber bis heute unheilbar. Weltweit wurden seit Ausbruch der Epidemie in den 1980er Jahren mehr als 76 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 35 Millionen Menschen starben an den Folgen von Aids.

Die größten Fortschritte im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sieht Unaids im östlichen und südlichen Afrika. Dort sank die Zahl der Todesfälle dem Bericht zufolge seit 2010 um 42 Prozent. Die Region ist besonders von HIV betroffen: Hier lebt rund die Hälfte aller weltweit Infizieren.

"Weltweit gibt es bedeutende Fortschritte, aber es gibt noch viel Arbeit", heißt es in dem Unaids-Bericht. Sorgen bereiten den Experten besonders zwei Regionen: Der Nahe Osten mit Nordafrika sowie Osteuropa-Zentralasien - Gegenden, in denen es bewaffnete Konflikte und politische Unsicherheit gibt. So stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Osteuropa und Zentralasien zwischen 2010 und 2016 um 60 Prozent. Die Zahl der Toten stieg um ein Drittel.

Unaids veröffentlichte die Zahlen im Vorfeld einer großen Aids-Konferenz in Paris. Von Sonntag an werden in der französischen Hauptstadt Wissenschaftler über den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit beraten.