Zähne putzen, singen oder Sex: Eine Umfrage zeigt, was die Deutschen wirklich unter der Dusche machen – und was sie künftig ändern sollten

53 Prozent der Deutschen duschen im Sommer täglich. (Symbolbild) - Copyright: Getty Images/ PeopleImages
53 Prozent der Deutschen duschen im Sommer täglich. (Symbolbild) - Copyright: Getty Images/ PeopleImages

Hitze und Trockenheit führen dazu, dass die Grundwasserbestände zu niedrig sind. Zudem steigen die Energiepreise immer weiter. Überall liest man daher derzeit, dass man Wasser sparen sollte. Was aber bedeutet das für die Menschen hierzulande bezogen auf ihr Duschverhalten? Eine Umfrage der Sanitärmarke Grohe zeigt, wie die Deutschen bislang duschen gegangen sind – und welche Gewohnheiten vielleicht besser von ihnen überdacht werden sollten.

So duschen die Deutschen

Grohe hat zusammen mit dem Forschungsinstitut Explorare im Jahr 2020 eine Erhebung zum Duschverhalten in mehreren Ländern durchgeführt. 3500 Befragte aus sieben Ländern beantworteten hier Fragen zu ihren individuellen Duschgewohnheiten. Hieraus lassen sich auch Einblicke in die Duschgewohnheiten der Deutschen gewinnen – begonnen damit, wie häufig sie duschen gehen.

Hier zeigen sich Unterschiede zwischen der warmen und der kalten Jahreszeit. Während im Sommer 18 Prozent der befragten Deutschen angeben, mehrmals am Tag zu duschen, sind es im Winter nur fünf Prozent. 53 Prozent duschen im Sommer einmal täglich, im Winter sind es 43 Prozent. Während im Sommer zwei Prozent angeben, nur bis zu zweimal im Monat zu duschen, sind es im Winter sogar drei Prozent.

Fragt man danach, warum die Menschen duschen gehen, erhält man mit einer Dreiviertel-Mehrheit die offensichtliche Antwort: zur Reinigung und Körperpflege. 46 Prozent geben zudem an, nach dem Sport zu duschen, 47 Prozent geben sich damit den nötigen Kick am Morgen, um frisch in den Tag zu starten und 21 Prozent trachten unter der Dusche nach Entspannung.

Duschen und Wasser sparen

Halten wir fest: Duschen ist für viele Menschen fester Bestandteil des Tages und gehört schlichtweg dazu, um sich sauber und frisch im Kopf zu halten. Dabei ist es aber auch Bestandteil zahlreicher weiterer Routinen.

46 Prozent geben nämlich an, dass sie unter der Dusche andere Tätigkeiten zur Körperpflege gleich mit erledigen: Zähneputzen oder Rasieren beispielsweise. Elf Prozent geben hier Privatkonzerte und nicht wenige verknüpfen die Zeit unter der Dusche mit der schönsten Sache der Welt. Acht Prozent haben regelmäßig Sex unter der Dusche, 33 Prozent tun es hier manchmal. Während Zähneputzen unter der Dusche durchaus zeitsparend sein kann, dürfte ein Techtelmechtel die durchschnittliche Duschzeit von acht Minuten wohl in die Höhe treiben.

Fast die Hälfte der Deutschen geht regelmäßig lange duschen

Fast die Hälfte der Deutschen liebt es, regelmäßig lange duschen zu gehen – ob nun allein oder in Gesellschaft. 45 Prozent geben zudem an, zumindest manchmal lange zu duschen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass herkömmliche Duschköpfe im Schnitt bis zu 15 Liter Wasser pro Minute ausströmen. Davon wollen zahlreiche Menschen jedoch nichts wissen: So widersprechen 16 Prozent der Aussage, dass sie wissen möchten, wie viel Wasser sie beim Duschen verbrauchen. 17 Prozent hingegen wollen es unbedingt wissen.

Übrigens: Im Vergleich zu anderen Ländern überholen nur Russland und Ägypten die Deutschen in Sachen lange Dusche. So geben 56 Prozent der russischen Befragten an, häufig lange und entspannende Duschen zu nehmen. Bei den Ägyptern sind es sogar 58 Prozent. Am wenigsten genießen die Dänen eine lange Dusche: Nur 34 Prozent geben an, diese häufig zu genießen. Mit 77 Prozent sind sie die Spitzenreiter darin, nur kurz zu duschen, um dem funktionalen Zweck der Dusche zu frönen: dem Saubermachen.

26 Prozent der deutschen Befragten stimmen der Aussage komplett zu, dass sie versuchen, beim Duschen Wasser zu sparen. 30 weitere Prozent stimmen lediglich zu. Fünf Prozent geben an, überhaupt kein Wasser zu sparen. Gewissensbisse bezogen auf das lange Duschen im Hinblick auf die Umwelt hat aber immerhin jeder Fünfte komplett. 17 Prozent sagen auf der anderen Seite, dass sie beim Duschen überhaupt nicht an die Umwelt denken.

Warum sich das Duschverhalten verändern muss

Wenngleich die Zahlen aus einer Umfrage von 2020 stammen, zeigen sie doch sehr deutlich, dass die Deutschen ihre langen und entspannenden Duschen lieben – und im Großen und Ganzen eher wenig darauf achten, Wasser zu sparen. Dass man die tägliche Dusche auch künftig ohne Gewissensbisse oder Einschränkungen genießen kann, ist derzeit allerdings ungewisser denn je. So sagte bereits der Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), dass man künftig kürzer duschen sollte, um Energie zu sparen.

Zudem führe die anhaltende Hitze und Trockenheit dazu, dass einige Gemeinden in Deutschland bereits zum Wassersparen aufgerufen haben. Das Bundesumweltministerium warnt dahingehend, dass Grundwasserstände deutlich zu niedrig sind. Das sei eine Folge der Trockenperiode der letzten Jahre und der Klimawandel sorge dafür, dass das zur Normalität werden könne.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig ein ressourcenschonender Umgang mit dem Wasser, welches uns zur Verfügung steht, ist. Die Deutschen sollten ihr Duschverhalten dahingehend nicht nur überdenken, um die Umwelt zu schonen – sondern auch den eigenen Geldbeutel.

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