Nach User-Beschwerden: YouTube sperrt gruseligen Werbe-Clip für "The Nun" [Ansehen auf eigene Gefahr!]

Ein neuer Werbeclip für den Film „The Nun“ ist nichts für schwache Nerven. (Bild: New Line/Warner Bros.)

Nachdem Tausende YouTube-User über Twitter Warnungen verschickten, entfernte die amerikanische Videoplattform einen sechs-sekundenlanger Werbe-Clip für den Film „The Nun“. Der Clip hatte einfach zu viele Menschen erschreckt. 

Wer in den letzten Tagen auf YouTube unterwegs war, hat den besagten Clip vielleicht schon gesehen: Zuerst sieht man nur das Lautstärke-Symbol eines Macs und verfolgt, wie die Lautstärke des Clips herunter gedreht wird. An der tatsächlichen Lautstärke des eigenen Geräts an dem man den Clip sieht, ändert sich aber natürlich gar nichts. Was dann folgt ist ein klassischer Jump-Scare: Unglaublicher Lärm und eine gruseligen Nahaufnahme einer dämonischen Nonne – der Hauptfigur im neuen Kinofilm “The Nun”. Wer sich traut kann sich das mittlerweile gesperrte Video hier ansehen:

Der Clip wäre vielleicht besser angekommen, wenn er sich speziell an Horror-Fans gerichtet hätte. Stattdessen lief das Video als Vorspann zu anderen Videos, die absolut keinen Bezug zum Horror-Genre hatten. Ahnungslose User ließen vor Schreck fast ihre Rosenkränze beziehungsweise ihre Smartphones fallen. Eine Userin erschreckte sich so sehr, dass sie via Twitter eine Warnung absetzte:


WARNUNG! Wenn du diese Werbung auf YouTube siehst, wo die Lautstärke heruntergeregelt wird und nichts weiter, dann ist das ein Jump-Scare für den neuen NUN Film, der bald erscheint. Schaue weg und/oder dreh die Lautstärke herunter, wenn du Angst hast oder schlicht und einfach nichts mit Jump-Scares anfangen kannst, bitte RT, um Leben zu retten

Nachdem ihre Warnung über 100.000 Mal weitergeleitet wurde, reagierte das offizielle Twitter-Konto von Team YouTube und verkündete, den Trailer zu entfernen.


Wir schätzen es sehr, dass du uns darauf aufmerksam machst! Diese Werbung verstößt gegen unsere Richtlinien und läuft nicht länger als Werbung.

YouTube hat nicht immer die beste Bilanz, wenn es um die Umsetzung der Inhaltsrichtlinien geht, was laut Gizmodo teilweise an der hohen Anzahl der Videos liegt, die auf der Seite hochgeladen werden. Ein ähnliches Problem gab es bereits mit einer Vorspann-Werbung für den Horrorfilm „Insidious: The Last Key“, die vor Bastelanleitungen und anderen Inhalten für Kinder lief. Manche Twitter-User wiederum vertreten die Theorie, dass Warner Bros. die Werbung gezielt so verbreitete, dass sie gesperrt wurde, um „The Nun“ im gesättigten Horrormarkt mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.


Das Problem ist, dass Plattformen und Werbetreibende sich nicht um den potenziellen Schaden scheren, den die blinkenden Bilder und lauten Geräusche in ihren Werbungen ihren Kunden zufügen könnten. Normalerweise ist es eine absichtliche Taktik von „auch schlechte Presse ist gute Presse.“

Das ist eine Möglichkeit, einen Hype um den Film zu schaffen – die Leute werden von der negativen Berichterstattung angezogen und das Publikum wächst. Es wäre besser, wenn User die Option hätten, bestimmte Genres oder Produkte zu blockieren, aber YT ist nicht gerade bekannt für seine Kundenservice-Ethik.

Und natürlich gibt es bereits Parodien, die sich über den Trailer lustig machen. Hier ist eine mit einem Gastauftritt von John C. Reillys Figur Dr. Steve Brule vom TV-Sender „Adult Swim“.

Und das passiert, wenn die „Conjuring“-Nonne es in einen „Ralph reichts 2“-Trailer schafft.

„The Nun“ läuft am 6. September in den deutschen Kinos an.

Gwynne Watkins