"Yes, we Can": Liverpool feiert Matchwinner Emre Can

Aus Italien wurde schon Vollzug gemeldet, aber noch ist der Wechsel des Nationalspielers nach Turin nicht in trockenen Tüchern.

Emre Can wurde nach seinem Doppelpack für den FC Liverpool mit Standing Ovations gefeiert. Dabei hatte der Einsatz des Nationalspielers im Play-off-Rückspiel gegen 1899 Hoffenheim auf der Kippe gestanden.

Emre Can war total kaputt. Eine Erkältung, die Spuren von 70 Minuten Powerfußball - der deutsche Nationalspieler sah wahrlich nicht wie jemand aus, der kurz zuvor seinen ersten Doppelpack in der Königsklasse geschnürt hatte. Mit den Händen in den Hüften absolvierte der 23-Jährige in Diensten des FC Liverpool seinen Interview-Marathon bei den deutschen und englischen Medien. Das Einzige, was dabei glänzte, war die goldene Armbanduhr an seinem Handgelenk.

Dennoch wollten alle wissen, was Can zu seiner Gala beim 4:2 (3:1) im Play-off-Rückspiel zur Champions League gegen 1899 Hoffenheim zu sagen hatte. Schließlich hatte sein aufgedrehter Teammanager Jürgen Klopp kurz zuvor das Victory-Zeichen gezeigt, "Yippieh" gerufen und den gebürtigen Frankfurter in den höchsten Tönen gelobt.

Erkältung hätte Can-Einsatz fast verhindert

Auch über die Standing Ovations und die Sprechchöre bei seiner Auswechslung in der 70. Minute musste noch gesprochen werden. Genauso wie über seine Erkältung, derentwegen er bis zum Dienstag nicht trainieren konnte und die ihn fast am Einsatz gehindert hätte. Außerdem waren seine Ziele mit den Reds in dieser Saison ein wichtiges Thema.

Doch dann kam die Frage, was Can in seiner Wahlheimat am meisten vermisst. Und da wurde der müde Confed-Cup-Sieger, der in der 10. und 21. Minute getroffen hatte, sogar ein bisschen melancholisch. "Es gibt vieles, was ich vermisse. Ich vermisse natürlich meine Familie. Und ich vermisse meine Freunde", sagte Can, der dann aber doch nicht zu schwermütig werden wollte: "Und das Wetter ist in Deutschland auch ein bisschen besser als hier."

Liverpool: "Yes, we Can"

Noch besser war Cans Laune sicher am Donnerstagmorgen beim Blick in die englischen Zeitungen. Das Liverpool Echo titelte "Yes, we Can", es gab dem Mittelfeldspieler bei der Leistungsbewertung neun von zehn Punkten. Auch der Daily Mirror widmete dem Sohn türkischer Eltern, der zuletzt immer wieder mit Juventus Turin in Verbindung gebracht worden war, eine Überschrift: "Wir tanzen Can Can!"

Ähnlich sah es Klopp. "Emre hat ein super Spiel gemacht und gezeigt, was er kann", sagte er: "Dabei war er zwei Tage krank und konnte erst am Dienstag wieder ein bisschen trainieren. Als ich ihn gefragt habe, ob er denn kann, hat er natürlich zugesagt - und dann ging es über eine Stunde super."

Tatsächlich hatte Can großen Anteil daran, dass es Liverpool hat und die Engländer erstmals mit fünf Teams in der Königsklasse vertreten sind. "Das ist einfach nur geil. Der Klub gehört in die Champions League. Dafür haben wir hart gearbeitet. Jeder in Liverpool freut sich jetzt", sagte der EM-Teilnehmer, der im kommenden Jahr zum WM-Kader gehören möchte: "Unser Ziel ist es nun, die Gruppenphase zu überstehen."