Yashica Y35: Digicam mit analogem Gefühl

Thaddeus Herrmann
Yashica Y35: Digicam mit analogem Gefühl


Auf Kickstarter bemühen sich die aktuellen Inhaber der Markenrechte des legendären japanischen Kamera-Herstellers Yashica um einen Neustart. Die Y35 ähnelt äußerlich einer klassischen Analog-Kamera, funktioniert jedoch faktisch digital: Um das angemessene Retro-Gefühl zu erreichen, muss man aber dennoch Hand anlegen, und "Filme" in die Kamera einlegen und einspannen. Bei diesen Filmrollen handelt es sich jedoch lediglich um eine Art von unterschiedlichen Fotofiltern, die händisch in das Chassis eingelegt werden. Yashica nennt das Prinzip "digiFilm".

Auch wenn man die Y35 so Foto für Foto spannen und aufziehen muss: Das Prozessieren der Fotos erfolgt rein digital. Die unterschiedlichen "Filme" definieren lediglich die Art des Fotos. Das 35mm-Objektiv hat eine Blende von f/2,8. Belichtung und ISO-Einstellungen werden automatisch berechnet, bzw. sind vom jeweiligen "digiFilm" abhängig. Vier unterschiedliche Module werden angeboten: ISO 200 (Farbe), ISO 1.600 (Farbe), ISO 400 (schwarzweiß) und ISO 120. Gespeichert werden die Fotos dennoch digital: auf einer SD-Karte.

Ob diese Module qualitativ ansprechende Resultate produzieren werden, bleibt abzuwarten. Das ganze Konzept scheint kaum mehr zu bieten als eine pseudo-haptische Trauergruppe analoger Kameras. Mit dem Smartphones kann man seinen Fotos in diversen Apps die gleichen Filter verpassen. Wer den analogen Fotoapparat aber wirklich derart vermisst – und trotzdem keine Kamera von früher kaufen, ausprobieren und einsetzen will –, wird hier vielleicht fündig. Die Kickstarter-Kampagne ist bereits vollständig finanziert. Rund 140 US-Dollar sollte man einplanen – zwei digiFilm.-Filter inklusive. Die Auslieferung soll im April 2018 beginnen. Bis dahin klärt sich vielleicht auch, welcher Lizenznehmer tatsächlich hinter der Kampagne steckt.

Yashica (Kickstarter)