Xi will mit China die "Fahne des Marxismus hochhalten"

Festakt in der Großen Halle des Volkes in Peking

China wird nach dem Willen von Präsident Xi Jinping weiterhin "die Fahne des Marxismus hochhalten". Karl Marx sei "der größte Denker der Neuzeit", sagte Xi bei einer Veranstaltung anlässlich des 200. Geburtstages des deutschen Philosophen am Freitag in Peking. In der Großen Halle des Volkes nannte Xi Marx "den revolutionären Lehrer des Proletariats und arbeitender Menschen überall auf der Welt".

Der Marxismus hat trotz Jahrzehnten des marktgesteuerten Wachstums in China bis heute eine große Bedeutung. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt lernen Schüler schon früh über die Theorien Marx' und Lenins. Beamte und Journalisten der staatlichen Medien müssen Marxismuskurse besuchen, um sich für Beförderungen zu qualifizieren.

China ist seit dem Zerfall der Sowjetunion das größte selbsternannte sozialistische Land der Welt. Staatliche Unternehmen halten in wichtigen Wirtschaftszweigen eine Monopolstellung. Gleichzeitig wohnen mehr als 370 Milliardäre in dem ostasiatischen Staat, nur in den USA sind es mehr. Präsident Xi hat die Mitglieder der Kommunistischen Partei wiederholt dazu aufgefordert, zu den "Wurzeln des Marxismus" zurückzukehren.

Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Zu Ehren seines 200. Geburtstags finden weltweit Gedenkveranstaltungen statt. In seiner Heimatstadt beginnen die Jubiläumsfeierlichkeiten am Freitagabend mit einem Festakt. Am Wochenende soll in der rheinland-pfälzischen Stadt auch eine neue Karl-Marx-Statue enthüllt werden - ein Geschenk aus China.