Wynn Resort: Hohes Risiko – große Chance

Benedikt Kaufmann
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Wynn Resort: Hohes Risiko – große Chance

Nach starken Zahlen aus dem Zocker-Paradies Macau können die Aktien der Hotel- und Casinobranche deutlich zulegen. Besonderes Interesse der Anleger zieht dabei die Aktie von Wynn Resorts auf sich. Hier schlummert zwar ein gewisses Risiko, doch was eignet sich besser zum Zocken als Casino-Aktien?

Das Wettgeschäft in Macau – die einzige chinesische Sonderverwaltungszone, in der Glücksspiel erlaubt ist – verzeichnet seit zwei Jahren wieder steigende Umsätze. Im April wuchsen die Umsätze des Gesamtmarktes um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten waren überrascht – die Experten rechneten nur mit einem Anstieg um 20 Prozent. Damit sind die Erlöse zwar noch weit von den Rekordhochs aus dem Jahr 2014 entfernt, konnten sich jedoch nach den Korruptionsskandalen deutlich erholen.

Wynn Resorts profitiert in Macau

Die Aktien der Casinobetreiber sprangen deutlich an – unter ihnen auch das Papier von Wynn Resorts. Der US-Konzern besitzt in der chinesischen Spielermetropole drei Casino-Hotels und ist damit einer der großen Profiteure des neuen Aufschwungs in Macau. Insgesamt verfügt Wynn Resorts über fünf Casinos – ein sechstes Hotel wird aktuell in der Nähe von Boston, Massachusetts gebaut und soll 2019 eröffnen.

Schon lange hat Macau Las Vegas als umsatzstärkste Casinometropole abgelöst und auch für Wynn Resorts sind die Hotels in Macau die treibende Kraft im Unternehmen. Hier erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr 73 Prozent seiner Umsätze. Zudem war Wynn Resorts im Jahr 2017 der zweitprofitabelste Casinobetreiber in Macau. Die EBITDA-Marge lag bei 28,7 Prozent. Mit der Neueröffnung des Wynn Palace, dem profitabelsten Resort in Macau, könnte sich der Konzern im laufenden Jahr auf Platz 1 der profitabelsten Casinos vorarbeiten. Diese Entwicklung macht sich im Konzern bemerkbar: Im ersten Quartal 2018 stiegen die operativen Gewinne des Konzerns um 32 Prozent auf 564 Millionen Dollar.

Neue Casinos verschlingen Milliarden

Den wachsenden Gewinnen gegenüber steht der über die vergangenen Jahre ebenfalls gestiegene Schuldenberg. Im vergangenen Quartal beliefen sich die Nettoschulden auf 7,2 Milliarden Dollar. Angesichts der Neueröffnung von Wynn Palace Mitte 2016 und des Baus an Wynn Boston Harbor sowie der starken operativen Entwicklung ist die Höhe der Schulden jedoch noch akzeptabel. Das Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA beträgt für 2018 rund 3,2 Prozent.

Zocken auf die Zukunft

In Macau wirtschaftet Wynn Resorts besser als die Konkurrenz. Ein Detail, das für die Anleger besonders wichtig ist, denn in Macau liegt im Gegensatz zu Las Vegas die Zukunft des Glücksspiels. Mit einem Umsatzwachstum von 41 Prozent und einem Gewinnwachstum von 90 Prozent im Jahr 2017 wächst Wynn Resorts zudem wesentlich schneller als die Konkurrenz. Anleger müssen dafür nur ein KGV von aktuell 33 bezahlen und nicht tiefer in die Tasche greifen als für die Peergroup. Mit dem Bau von Wynn Boston Harbor steht schon der nächste potenzielle Wachstums- und Gewinntreiber in den Startlöchern. Hier droht jedoch der Verlust der Glücksspiellizenz. Ein großes Risiko, das Wynn zum Verkauf des beinahe fertiggestellten Hotels zwingen würde. Anleger, die bereit sind diese Wette einzugehen, werden mit hohen Gewinnchancen belohnt.