WWF warnt vor fortschreitender Regenwald-Zerstörung am Amazonas

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Protest von indigener Bevölkerung in Brasilien (AFP/EVARISTO SA)

Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor einer fortschreitenden Zerstörung des tropischen Regenwalds am Amazonas. Innerhalb eines Jahres seien dort 10.476 Quadratkilometer Wald zerstört worden, eine Fläche fast viermal so groß wie das Saarland. Der WWF berief sich auf eine Auswertung von Daten des Forschungszentrums "Imazon" für den Zeitraum von August 2020 bis Juli 2021.

"Die neusten Entwaldungszahlen spiegeln die katastrophale Verwüstung im Amazonasgebiet wider", erklärte der Südamerikaexperte des WWF Deutschland, Dirk Embert. "Damit schreitet die Vernichtung des größten tropischen Regenwalds der Erde so schnell voran wie seit zehn Jahren nicht mehr." Im genannten Zeitraum seien 57 Prozent mehr Waldfläche zerstört worden als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Vor allem zahlreiche Brandrodungen sind laut WWF ein Problem. Insgesamt seien bereits rund 20 Prozent des ursprünglichen Amazonas-Regenwaldes vernichtet worden. Expertinnen und Experten gehen laut WWF davon aus, dass bei einem Anteil von 25 Prozent vernichteten Waldes ein Kipppunkt erreicht wird und sich das ganze Gebiet in eine Steppe verwandelt.

"Verlieren wir den Amazonas, verlieren wir einen der größten Kohlenstoffspeicher dieses Planeten", warnte Embert. "Dann kann man das Zwei-Grad-Ziel vergessen, von 1,5 Grad gar nicht zu reden", verwies er auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens.

Der WWF forderte die Bundesregierugn auf, sich für ein EU-Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten einzusetzen. Auch müsse mehr Druck auf die brasilianische Regierung ausgeübt werden, den Regenwald zu schützen. In den vergangenen Jahren seien stattdessen Umweltbehörden entmachtet und Kontrollen weitgehend gestrichen worden. Anlass der Veröffentlichung ist der "Tag des Amazonas", den Brasilien traditionell am 5. September begeht.

Unter dem seit Januar 2019 amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro, der als notorischer Klimaskeptiker gilt, hat die Vernichtung des Regenwaldes in Brasilien dramatische Ausmaße erreicht. Der rechtsextreme Staatschef hat die Finanzmittel für Umweltschutzprogramme gekürzt und die Öffnung von Schutzgebieten für Landwirtschaft und Bergbau vorangetrieben.

bk/cp

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