Wutrede bei "maybrit illner": "Nur ein Einziger ist hier im Lockdown und das ist das Wirtschaftsministerium"

teleschau
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"Ich krieg echt fast Blutdruck!": Sina Trinkwalder redete sich bei "maybrit illner" in Rage. (Bild: ZDF / Screenshot)
"Ich krieg echt fast Blutdruck!": Sina Trinkwalder redete sich bei "maybrit illner" in Rage. (Bild: ZDF / Screenshot)

In der jüngsten Ausgabe der ZDF-Talkshow "maybrit illner" redete sich eine Textilherstellerin in Rage: Sie kritisierte mangelnde Hilfskonzepte für Unternehmen und vor allem den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

"Zahlen sinken, Ungeduld wächst - wie lange bleibt der Laden noch dicht?": Diese Frage erörterte Maybrit Illner am vergangenen Donnerstag in ihrer gleichnamigen ZDF-Talkshow. Zu Gast waren unter anderem die Gründerin des Textilunternehmens Manomama, Sina Trinkwalder, und der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Vor allem letzterer bekam in einer Wutrede Trinkwalders ordentlich sein Fett weg.

"Ich krieg echt fast Blutdruck": Mit diesen Worten begann Trinkwalder in der zweiten Hälfte der Sendung ihre emotionale Ansprache. "Wir hatten gerade die Thematik, dass man niemanden gegeneinander ausspielen will", sagte sie, aber die Politik täte das vorneweg: Große Konzerne wie VW oder Daimler könnten trotz eines "beschissenen" Jahres auf Gewinne in Milliardenhöhe zurückblicken. "Alle waren voll auf Kurzarbeit", erklärte die 43-Jährige. "Und erzählen Sie mir nicht, dass Daimler und Konsorten acht Wochen auf Kurzarbeitergeld warten, weil, die haben viele Anwälte und gute Connections."

Die Runde bei "maybrit illner" (von links): Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die Unternehmerin Sina Trinkwalder, Moderatorin Maybrit Illner, Ex-Eiskunstläuferin und Unternehmerin Katarina Witt, der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und die "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld. (Bild: ZDF / Screenshot)
Die Runde bei "maybrit illner" (von links): Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die Unternehmerin Sina Trinkwalder, Moderatorin Maybrit Illner, Ex-Eiskunstläuferin und Unternehmerin Katarina Witt, der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und die "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld. (Bild: ZDF / Screenshot)

Vorwurf an die Politik: "Lieber nichts machen als das Falsche"

Die kleinen Unternehmen wie Friseure oder Nagelpflegerinnen aber, die wüssten noch nicht einmal, wie die Beantragung von Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter funktioniere. "Die müssen zum Steuerberater", fuhr Trinkwalder fort. Die gebürtige Augsburgerin kritisierte: "460 Milliarden für Karstadt, die sowieso schon immer wieder tot und pleite sind. Also, da ist so ein Haufen Zeug, was wir wirklich denen geben könnten, die es wirklich brauchen."

Und das seien die Kleinen: "Die, die sonst unseren Alltag schön machen. Die, die uns, wie Sie sagen oder wie Herr Seehofer sagt, die Würde wiederbringen in Form eines guten Haarschnitts, die uns die Nägel pflegen, die uns einkleiden, die wirklich für uns da sind. Die lassen wir wahnsinnig hängen. Und das darf einfach nicht sein."

Sie beendete ihre Wutrede mit einer enttäuschten Erkenntnis: "Ich habe das Gefühl, nur ein Einziger ist hier richtig voll im Lockdown und das ist das Wirtschaftsministerium und zum Zweiten das Finanzministerium. Lieber nichts machen als das Falsche." Und das sei in der momentanen Situation absolut nicht das Richtige.