WTO warnt vor negativen Folgen durch Protektionismus für Welthandel

Die WTO befürchtet angesichts der drohenden Zuspitzung von Handelskonflikten negative Folgen für den Welthandel. Eine Spirale von Vergeltungsmaßnahmen sei "das Letzte, was die Weltwirtschaft braucht", erklärte WTO-Chef Azevedo

Die Welthandelsorganisation WTO befürchtet angesichts der Zuspitzung internationaler Handelskonflikte negative Folgen für den Welthandel. Zwar werde für dieses Jahr ein weltweites Wachstum des Handelsvolumens von 4,4 Prozent und 4,0 Prozent für 2019 erwartet, erklärte die WTO am Donnerstag in Genf. Diese Entwicklung drohe aber durch protektionistische Maßnahmen "untergraben" zu werden.

Eine Spirale von Vergeltungsmaßnahmen sei "das Letzte, was die Weltwirtschaft braucht", erklärte WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo. Das Wachstum könne "rasch untergraben werden, wenn Regierungen zu protektionistischer Handelspolitik greifen". Er rief dazu auf, Differenzen über "ernsthaften Dialog" beizulegen.

Nachdem US-Präsident Donald Trump im März Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium festgesetzt hatte, überzogen sich zuletzt insbesondere die USA und China mit der gegenseitigen Ankündigung von Strafzöllen auf zahlreiche Produkte und schürten damit die Sorge vor einer Eskalation ihres Handelsstreits. Die Europäische Union ist neben anderen US-Handelspartnern bislang vorläufig bis zum 1. Mai von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen.