Wotan Wilke Möhring stört sich an Toleranz-Debatte: "Wir lavieren herum!"

Wotan Wilke Möhring ist einer der gefragtesten Schauspieler Deutschlands. Neben seinem Dauerengagement im Hamburger "Tatort" ist der 54-Jährige nun in der VOX-Komödie "Weil wir Champions sind" zu sehen. (Bild: 2021 Getty Images / Andreas Rentz)
Wotan Wilke Möhring ist einer der gefragtesten Schauspieler Deutschlands. Neben seinem Dauerengagement im Hamburger "Tatort" ist der 54-Jährige nun in der VOX-Komödie "Weil wir Champions sind" zu sehen. (Bild: 2021 Getty Images / Andreas Rentz)

Toleranz und Inklusion sind für Wotan Wilke Möhring selbstverständlich. Nur das, was unsere Gesellschaft darunter versteht, empfindet der Schauspieler und Vater dreier Kinder als fragwürdig, wie er im Interview zur VOX-Komödie "Weil wir Champions sind" verrät.

Es ist eine Besonderheit im deutschen Fernsehen: In der Tragikomödie "Weil wir Champions sind" (Mittwoch, 25. Mai, 20.15 Uhr, VOX sowie vorab bei RTL+) stehen neun Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Einschränkungen erstmals vor der Kamera. Sie verkörpern eine Basketballmannschaft, die von einem von Wotan Wilke Möhring gespielten Ex-Bundesligatraine für die Regionalliga vorbereitet werden soll. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau spricht Möhring über die besonderen Dreharbeiten und über sein Verständnis von Toleranz und echter Inklusion.

"Es war eine sehr tolle Erfahrung, weil es eine sehr behutsame Herangehensweise war und der harmonischste Dreh, den ich jemals gemacht habe", schwärmt der 54-Jährige: "Das sind Menschen, die wir sogenannten Normalos in eine abwertende Schublade stecken, weil sie uns so besonders anders erscheinen und wir sie ausschließlich auf ihre von uns so bewerteten kognitiven Einschränkungen reduzieren." Die Tatsache, dass diese Menschen selbst das gar nicht so empfänden, sei "beeindruckend". Überhaupt appelliert der Schauspieler, künftig auf Normierungen zu verzichten: "Wir sind alle anders. Wirklich alle, und sei der Unterschied auch noch so gering."

"Weil wir Champions sind" erzählt die Geschichte einer besonderen Basketballmannschaft (von links: Christian Forst, Jonas Relitzki, Jochen Riemer, Matthias Sander, Wotan Wilke Möhring, Antonia Riet, Tanino Camilleri, Luca Davidhaimann, Simon Rupp, Nico Michels. (Bild:  RTL / Constantin Television / Benno Kreahahn)
"Weil wir Champions sind" erzählt die Geschichte einer besonderen Basketballmannschaft (von links: Christian Forst, Jonas Relitzki, Jochen Riemer, Matthias Sander, Wotan Wilke Möhring, Antonia Riet, Tanino Camilleri, Luca Davidhaimann, Simon Rupp, Nico Michels. (Bild: RTL / Constantin Television / Benno Kreahahn)

"Der Mensch ist der Mensch, und jeder leistet seinen Beitrag"

Begriffe wie "Inklusion" empfindet der "Tatort"-Star daher als überflüssig: "Wir lavieren herum, weil wir für alles Schubladen und Labels brauchen. Dabei wäre das Einzige, was hilft, diese einfach mal wegzulassen. Der Mensch ist der Mensch, und jeder leistet seinen Beitrag. Doch wir lassen diese Menschen gar nicht erst zu Wort kommen, sondern sprechen für sie, damit wir uns besser fühlen." Als dreifacher Vater will Möhring auch ein Vorbild für seine Kinder sein: "Ich versuche schon, meine Kinder überlebensfähig zu machen", erklärt er: "Aber ich gebe ihnen nicht vor, wie etwas zu sein hat."

Toleranzempfinden ist laut Wotan Wilke Möhring bei Kindern "natürlich vorhanden und selbstverständlich", jedoch werde sie "durch ein falsches Idealbild immer weiter abtrainiert", wie er im Interview erklärt: "Du kannst sie deinen Kindern nur vorleben, sonst werden sie es dir auch nicht abnehmen. Im Grunde ist ja unser großes Defizit, dass wir zu wissen glauben, wie Toleranz sein soll, anstatt den anderen einfach so sein zu lassen, wie er ist."

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