Wortgefechte zwischen Iran und USA schüren Spannungen

 

Trump (GettyImages)

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben nach dem verbalen Schlagabtausch am Wochenende stark zugenommen. Die Angst vor einer militärischen Konfrontation und einer Blockade der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus verunsichert die ohnehin schon nervösen Anleger zusätzlich. Damit mache Donald Trump die nächste politische Großbaustelle auf, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Raue Töne

Für den US-Präsidenten bietet der Krieg der Worte mit den Mullahs in Teheran eine willkommene Ablenkung von seinem in Amerika scharf kritisierten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki. Trump nutzte die Gelegenheit mit einer Breitseite gegen Teheran und twitterte: „Drohen Sie den USA nie, nie wieder, oder Sie werden Konsequenzen erleiden, wie sie im Laufe der Geschichte nur wenige jemals zuvor erlitten haben.“

Zuvor hatte der iranische Präsident Hassan Ruhani Trumps Sanktionspolitik gegen sein Land scharf kritisiert und den US-Präsidenten gewarnt, nicht mit dem Feuer zu spielen. Ruhani drohte seinerseits mit einer Schließung der Ölexport-Routen am Persischen Golf, was die gesamte Ausfuhr aus der Region blockieren könnte.

Die Bundesregierung hat den harten Ton im Konflikt zwischen den USA und dem Iran kritisiert. „Wir setzen auf Gespräche und Dialog, und wir rufen alle Seiten, das gilt ganz klar für die iranische Seite, zur Mäßigung und zur rhetorischen Abrüstung auf“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Ursprung des Streits

Kern des Konflikts ist die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA. Mit dem Rückzug Amerikas drohen der Islamischen Republik nun wieder Sanktionen für den Finanz- und Energiesektor, die Washington bis November voll in Kraft setzen will.

US-Außenminister Mike Pompeo warb am Sonntag in einer Rede in Los Angeles um Unterstützung für den im Mai eingeleiteten Kurswechsel und forderte globalen wirtschaftlichen Druck auf den Iran. Ein Ziel sei es, die Ölexporte des Irans bis zum 4. November weitestmöglich auf null zu drücken, sagte Pompeo in der Ronald-Reagan-Stiftung.

Betroffen von den US-Sanktionen könnten auch europäische Firmen sein, sollten sie ihre geschäftlichen Beziehungen zu Teheran nicht abbrechen.

Der US-Außenminister stellte sich in seiner Rede auf die Seite der Regimegegner im Iran. Der klammheimliche Wunsch Washingtons nach einem Regimewechsel in Teheran widerspricht Trumps ursprünglichem Credo in der Außenpolitik, sich aus den inneren Konflikten im Mittleren Osten herauszuhalten.