Das Worst-Case-Szenario bei Novo Nordisk!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) gilt eigentlich als eine defensive Dividendenaktie in einem ziemlich engen Markt. Auch wenn die Pharmazie eigentlich ein breites Feld ist, so haben es sich die Dänen zur Aufgabe gemacht, den Diabetes-Markt aufzumischen. Immerhin: Seit mehr als neun Jahrzehnten ist man bereits führend mit dabei.

Das könnte eine starke Wettbewerbsposition in einem defensiven Markt bedeuten. Zumal neue Medikamente und das Schauen nach links und rechts (beispielsweise den Adipositas-Markt) zeigt, dass es nicht nur um Diabetes in Reinkultur geht. Nein, sondern auch um Nebenfaktoren und Begleiterscheinungen.

Trotzdem ist auch eine Investition in die Aktie von Novo Nordisk natürlich nicht ohne Risiko. Hier ist jetzt jedenfalls ein Worst-Case-Szenario, das Foolishe Investoren kennen sollten. Sowie auch, wie wahrscheinlich oder bedrohlich ein solches ist.

Novo Nordisk: Das könnte die Investitionsthese zerstören

Bei Novo Nordisk gilt grundsätzlich: Diabetes ist eine Volkskrankheit, die ein konsequentes Wachstum verspricht. Das verspricht eigentlich, dass es jede Menge Möglichkeiten gibt. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Der dänische Pharmakonzern verdient daher daran, diese Volkskrankheit zu behandeln, Folgen einzudämmen und auch, die Behandlung zu revolutionieren. Orale Präparate könnten so beispielsweise das Spritzen ablösen, eine Perspektive mit Langzeitwirkung, die Investoren gefällt.

Trotzdem ist die Medizin und die Pharmazie für Laien schwierig einzuordnen. Diabetes scheint daher eine Krankheit zu sein, gegen die bislang kein Kraut gewachsen ist, was eine vollständige Heilung angeht. Entsprechend ist für mich ein Worst-Case-Szenario, dass eine solche plötzlich doch möglich sein könnte. Für Novo Nordisk, das eben maßgeblich von der Behandlung profitiert, ist das ein Problem. Aber auch andere therapeutische Ansätze mit einer führenden Stellung könnten problematisch sein. Es existieren schließlich schon sogenannte Pflaster (unter anderem von Insulet), die eine automatische Steuerung bei der Diabetes-Versorgung ermöglichen sollen.

Noch können wir jedoch sagen: Die Pens und Präparate von Novo Nordisk gelten so weit als führend. Mit der Reihe der Semaglutide ist ein starkes Präparat inzwischen marktreif. Rybelsus bietet sogar eine erste Auskopplung der oralen Variante. Mir zeigt das jedenfalls, dass die Dänen den Puls des Marktes mitbestimmen. Sollte daher ein vielversprechender Ansatz zur Heilung von Diabetes entwickelt werden, könnte das Unternehmen womöglich daran beteiligt sein. Trotzdem gilt: Eine Heilung könnte die Marktverhältnisse natürlich neu ordnen.

Ein schwieriges Risiko …

Das Worst-Case-Szenario ist daher wohl die Hoffnung vieler, wenn nicht aller, an Diabetes-erkrankter Patienten. Wie wahrscheinlich ein solches Szenario ist, ist als Laie natürlich schwierig zu beantworten. Und, ganz ehrlich: Ich kann es nicht. Indikatoren wie die Verbreitung der Volkskrankheit sowie die Historie von Novo Nordisk mit über neun Jahrzehnten in der Forschung und Entwicklung zeigen jedoch, dass es schwierig sein könnte, die Volkskrankheit zu heilen. Bisherige Ansätze umfassen bloß eine Langzeittherapie.

Novo Nordisk könnte daher ein schwieriges Risiko besitzen, wenngleich womöglich auch ein vergleichsweise kleines. Zumindest für den Moment, was womöglich den Fokus auf die Marktstellung und die starken Produkte zulässt. Sowie die Chancen, die mit der Aktie einhergehen.

Der Artikel Das Worst-Case-Szenario bei Novo Nordisk! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

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