Worlds: EU-Teams vor Mammutaufgabe

Nach dem Wunder von Wuhan muss Fnatic den Schwung mit ins Viertelfinale nehmen, um RNG schlagen zu können

Von Maximilian Eichgrün

Die Worlds gehen in die K.O.-Runde und am Donnerstag, dem 19. Oktober, startet das Mega-Turnier ins Viertelfinale. An vier Tagen hintereinander werden ab 10 Uhr die Halbfinalisten ermittelt. Der Westen ist noch mit drei Teams vertreten.

Südkoreanischer Kracher: SSG vs. Longzhu

Den Anfang machen am Donnerstag Vizeweltmeister Samsung Galaxy und LCK-Champion sowie Worlds-Titelfavorit Longzhu Gaming.

Das Longzhu-Lineup um PraY und GorillA wird erstmals seit dem LCK-Finale, bei dem das Team Weltmeister SK Telecom T1 besiegte, wieder in einem Best-of-Five antreten. Die Gruppenphase könnte also nur ein Vorgeschmack auf das gewesen sein, was Longzhu in einer K.O.-Serie zu bieten hat.

Samsung Galaxy wird aber kein leichter Gegner werden. Die Südkoreaner zu unterschätzen, könnte ein fataler Fehler sein. Schließlich haben Crown und Co. in den Regional Finals der LCK das Super-Team von KT Rolster geschlagen und bei den Worlds 2016 SKT im Finale einen harten Kampf geliefert.

Europas Misfits gegen den Weltmeister

Für die Misfits um den deutschen Star-Spieler PowerOfEvil wird das Viertelfinale am Freitag eine extreme Herausforderung darstellen. Als klarer Underdog steigt Europas Vize-Champion gegen den dreifachen Weltmeister SK Telecom T1 in den Ring.


Faker und sein Team haben die Gruppe A zwar mit einer 5:1-Bilanz gewonnen, doch gerade gegen den LPL-Champion EDward Gaming schwächelte SKT. In beiden Spielen gegen EDG geriet das südkoreansiche Lineup jeweils mit über 10.000 Gold in Rückstand, ehe es per Comeback doch noch zum Erfolg kam.

Die Misfits zeigten in der Vergangenheit immer wieder Unsauberheiten im Late-Game, die der Weltmeister wohl eiskalt bestrafen würde. Ein starkes Early und volle Konzentration sind gefragt, wenn die Misfits die Sensation schaffen und SKT ausschalten wollen.

Fnatic-Wundertüte gegen formstarke Chinesen

Fnatic ließ in der jüngeren Vergangenheit vor allem die Konstanz vermissen. Dieser Umstand hätte sich beinahe bitter gerächt: Mit einem 0:3 aus der Hinrunde der Gruppenphase galten Rekkles und Co. eigentlich schon als sicher ausgeschieden.


Eine bärenstarke Rückrunde brachte das erfolgshungrige Lineup dann aber doch noch ins Viertelfinale. Der Gegner am Samstag heißt Royal Never Give Up und hat das chinesische Publikum auf seiner Seite. Analysten und Experten mussten schon in der Gruppenphase feststellen, dass RNG zu den besten Teams beim Turnier gehört.

Denn der LPL-Vizemeister bringt mit Xiaohu und Uzi gleich zwei chinesische Top-Stars mit und hatte in einer starken Gruppe gegen Samsung Galaxy und G2 Esports die Oberhand, auch wenn der EU LCS-Champion den Chinesen ein Spiel abnehmen konnte.


Fnatic wird es schwer haben, gegen den Giganten aus China zu bestehen. Doch G2 hat gezeigt, dass RNG schwächelt, wenn das Early-Game nicht nach Plan verläuft und der Gegner die Lanes für sich entscheidet. Wie es der Zufall so will, setzt Fnatic üblicherweise genau auf diese Strategie.

Duell der Überraschungsteams: WE gegen C9

Dass sich sowohl Team WE als auch Cloud9 nach ihrem Siegeszug durch die Play-In-Stage auch bei der Endrunde gut schlagen würden, war nicht unbedingt zu erwarten. Gerade Team WE spielte eine fantastische Gruppenphase und setzte sich vor den Misfits, Team SoloMid und den Flash Wolves durch.

Doch auch C9, das in der Gruppe mit SKT und EDG eigentlich als Underdog galt, machte sich gut und hatte am Ende auch das nötige Quäntchen Glück, wodurch es für den Viertelfinal-Einzug reichte. Der Fokus liegt dabei immer wieder auf Mid-Laner Jensen, der extrem wichtig für sein Team ist.


In dem Match gibt es keinen klaren Favoriten. Team WE wird vor heimischer Kulisse und nach einer starken Gruppenphase aber sicherlich mit jeder Menge Selbstvertrauen in das Spiel gehen. In der Gruppenphase hat TSM gezeigt, wie man den Chinesen ein Spiel abnehmen kann. Cloud9 muss dies am Sonntag gleich dreimal schaffen.