World Vision versorgt brasilianisches Amazonas-Gebiet mit Sauerstoff-Flaschen

·Lesedauer: 1 Min.
Schlangestehen für Sauerstoff in Manaus

Angesichts der dramatischen Engpässe bei der Versorgung von Covid-19-Patienten im brasilianischen Amazonas-Gebiet hat die Kinderhilfsorganisation World Vision mehr als tausend Sauerstoff-Flaschen in die Region geliefert. Der Sauerstoff sei mit Unterstützung von kirchlichen Organisationen im Bundesstaat Amazonas verteilt worden, teilte World Vision am Mittwoch in Friedrichsdorf mit. Auch Hygiene- und Reinigungsmaterialien seien an Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in der Hauptstadt Manaus und neun weiteren Gemeinden geliefert worden.

Die Organisation betonte, Brasiliens Gesundheitssystem befinde sich "in einer schweren Krise", nachdem in den vergangenen Wochen so viele Kranke wie nie zuvor eingewiesen worden seien. Besonders schwer betroffen sei das Amazonas-Gebiet. Zu der Lage beigetragen habe eine mittlerweile weit verbreitete Mutante des Coronavirus.

"Seit zehn Monaten sehen wir, wie die Auswirkungen von Covid-19 immer mehr gefährdete Familien und Kinder treffen", erklärte die Direktorin von World Vision Brasilien, Martha Yaneth Rodríguez, in Manaus. "Der Bundesstaat Amazonas befindet sich zum zweiten Mal in einer Extremsituation. Die Gesundheits- und Bestattungssysteme brechen erneut zusammen."

Brasilien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Ländern weltweit. Mehr als 218.000 Corona-Infizierte starben bereits - nur in den USA wurden noch mehr Corona-Tote registriert.

In den vergangenen Wochen hatten in Manaus zahlreiche Menschen stundenlang für Sauerstoff Schlange gestanden, um unter Covid-19 leidende Angehörige und Freunde zu Hause pflegen zu können. Ärzte sahen sich wegen der Versorgungsengpässe häufig gezwungen, ihre Patienten manuell zu beatmen oder ersticken zu lassen.

Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro steht wegen seines Corona-Krisenmanagements in der Kritik. Er hat die Gefahr durch das Virus stets heruntergespielt und zuletzt auch immer wieder Zweifel am Nutzen von Corona-Impfungen geäußert.

yb/noe