Woodstock-Spot: Volkswagen fährt mit seinem ikonischen VW-Bus zurück in die Mad Men-Ära

Nils Jacobsen
Wirtschaftsjournalist und Techblogger
Nostalgischer Trip mit dem VW Bus zurück in die Hippie-Zeit (Bild: Screenshot © Volkswagen USA / YouTube)


Flower Power geht immer: In einem neuen TV-Spot versucht der vom Abgasskandal gebeutelte VW-Konzern in den USA sein Image aufzupolieren – mit einer nostalgischen Fahrt im VW Bus zurück nach Woodstock.

Nostalgie ist ein mächtiges Gefühl. Hollywood weiß das und bedient sich mit Vorliebe des sentimentalen Blicks zurück. Im extrem beliebten 60er-Jahre-Werberepos „Mad Men“ erklärt Hauptfigur Don Draper seinem Kunden Kodak einst, wie er sein neues Produkt, den Diaprojektor Carousel, zu bewerben habe:

“Im Griechischen bedeutet ‚Nostalgie’ wörtlich ‚die Schmerzen von einer alten Wunde’. Es ist ein Stich im Herzen, viel mächtiger als eine Erinnerung allein. Dieses Gerät ist kein Raumschiff. Es ist eine Zeitmaschine. Es geht vorwärts, rückwärts. Es führt uns an einen Ort, an den wir gerne zurückkehren würden. Es ist kein Rad. Es nennt sich Karussell.  Es lässt uns reisen, wie ein Kind reist. Rund umher und wieder nach Hause … an einen Ort, wo wir wissen, dass wir geliebt werden.”

Mit dem VW Bus nach Woodstock

Auch im Jahr 2017 funktioniert  Don Drapers Blaupause weiter – ihrer bedient hat sich diesmal Volkswagen. Die vom Abgasskandal gebeutelten Wolfsburger versuchen ihr angekratztes Image in den USA mit einem neuen Imageclip aufzupolieren, der direkt in die “Mad Men”-Ära zurückführt.

Es ist 1969: Ein Hippie-Paar, er mit langen Haaren und Bart, sie fahren in ihrem VW-Bus durch den amerikanischen Sommer und nehmen zwei trampende Blumenkinder-Mädchen mit. Aus dem Off erklingt Joe Cockers Welt „I’ll get by with a little Help from my Friends“,es klingt klar, wohin die Reise des Bullis geht: nach Woodstock natürlich!

„Marke in den 60er-Jahren zu einem kulturellen Symbol gemacht“

In bunten Bildern bemüht VW den Sommer der Liebe in all seinen Facetten: Es wird gefeiert, geflirtet und geholfen – mal lädt das Paar andere Hippies zu sich in ihren Bus ein, als es regnet, mal helfen Woodstocker den beiden Protagonisten, als der Bulli im Matsch stecken bleibt.

„Die Menschen, die unsere Autos gekauft haben, waren immer gutmütig, nett, optimistisch und freigeistig. Sie waren es, die unsere Marke in den 60er-Jahren zu einem kulturellen Symbol gemacht haben“, erklärt Greg Tebbutt, Marketingchef von Volkswagen USA, gegenüber der Adweek den Kampagnenbezug.

Volkswagen konnte im September erstmals mehr als eine Millionen Fahrzeuge ausliefern

„Wir wollten die emotionale Beziehung feiern, die Menschen zu Volkswagen haben – die Seele unserer Marke und ihre Fahrer, ihre Einzigartigkeit, ihr Optimismus und ihre Güte“, erklärt Todd Riddle von der verantwortlichen Agentur Deutsch unisono. „In dieser Story geht es darum, dass die Menschen zuerst kommen.”

Anlass für die Hippie-Kampagne ist das neue (übertragbare) Garantie-Konzept „People First Warranty“, das Käufern in den USA eine Garantie über 6 Jahre bzw. 72.000 Meilen bietet. Für Erfolgsschlagzeilen konnten die Wolfsburger vor ein paar Tagen unterdessen mit einem neuen Absatzrekord sorgen: Im September konnte VW erstmals in der Konzerngeschichte mehr als eine Million Fahrzeuge ausliefern.