"Ich wollte mich zerreißen": So verarbeitete Wotan Wilke Möhring den Tod seines Vaters

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2005 musste Wotan Wilke Möhring einen schlimmen Schicksalsschlag verkraften, als sein Vater starb. Wie sehr ihm dieser Verlust den Boden unter den Füßen wegzog, beschrieb der Schauspieler nun im Talk "Bestbesetzung" von Johannes B. Kerner.

Im Gespräch mit Johannes B. Kerner hat Wotan Wilke Möhring (Bild) Einblicke in sein Seelenleben nach dem Tod seines Vaters gegeben. (Bild: MagentaTV / Moritz Bolle)
Im Gespräch mit Johannes B. Kerner hat Wotan Wilke Möhring (Bild) Einblicke in sein Seelenleben nach dem Tod seines Vaters gegeben. (Bild: MagentaTV / Moritz Bolle)

Es sollte ein Männerurlaub im engsten Familienkreis werden, doch alles endete für Wotan Wilke Möhring in einer Tragödie: Bei einem Quadausflug im Wald verlor der Vater des Schauspielers 2005 die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Baum. Noch im Wald erlag er in Möhrings Armen seinen Verletzungen. Wie schwer den 54-Jährigen dieser Verlust getroffen hat, machte er nun in einem Gespräch mit Johannes B. Kerner in dessen MagentaTV-Talk "Bestbesetzung" klar.

"Ich bin auf der Straße herumgegangen, wollte mich zerreißen, wollte mich prügeln", erinnerte sich der "Tatort"-Kommissar an die schwere Zeit. Er habe "bestimmt ein Jahr für die Verarbeitung" gebraucht, so Möhring. Außerdem sagte er Johannes B. Kerner: "Die Sehnsucht oder das Gefühl, was jemand anderes für dich bedeutet hat, merkst du durch den Verlust, auch durch die Zeit." Dieser "große Verlust" habe ihn sehr mitgenommen, räumte Wotan Wilke Möhring ein. "Ich wollte, dass ich mich irgendwie spüre - so deute ich das im Nachhinein mit meinem psychologischen Halbwissen", analysierte der 54-Jährige.

Das komplette Gespräch von Johannes B. Kerner mit Wotan Wilke Möhring gibt es ab 17. Juli bei
Das komplette Gespräch von Johannes B. Kerner mit Wotan Wilke Möhring gibt es ab 17. Juli bei

 

Wotan Wilke Möhring kritisiert Helikoptereltern

Mittlerweile hat Möhring selbst drei Kinder. Über seine Vaterrolle sagte er bei "Bestbesetzung": "Ich verstehe diese Jungswahrhaftigkeit, die kennen meine Kids - glaube ich - nicht von den Vätern ihrer Schulfreunde, Quatsch machen, Mist bauen und all das." Doch es sei auch wichtig, dazwischenzugehen, wenn Unrecht geschehe, "ob es einen was angeht oder nicht", sagte Möhring. "All das sind Dinge, die ich nicht anders kann."

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In der Erziehung sieht es der Schauspieler als unausweichlich an, Kinder auch mit "unangenehmen Erfahrungen wie Zurückweisung, Ablehnung und Frust" zu konfrontieren. Eltern mit übersteigertem Beschützerinstinkt gegenüber ihren Kindern sieht Möhring dagegen kritisch: "Diese Helikoptereltern versuchen alles abzuwenden, was nicht gut für ihre Kinder ist, dabei berauben sie ihre Kinder aber um einen großen Teil an Erfahrungen und Mitteln und Wegen, diese selber zu finden und damit umzugehen."

Das komplette Gespräch von Johannes B. Kerner mit Wotan Wilke Möhring gibt es ab Samstag, 17. Juli, bei "Bestbesetzung" auf MagentaTV zu sehen. Weitere Themen im Interview sind die Bedeutung der Schauspielerei im Leben von Möhring und seine rebellische Jugend.

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