Wollen Sie jetzt weinen oder später? Ideen zur Altersvorsorge

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Wer rechtzeitig vorsorgt muss im Alter nicht weinen (Symbolbild: Getty Images)

Natürlich wollen Sie gar nicht weinen. Vielleicht brauchen Sie es auch nicht. Aber wissen Sie genau, ob Ihre Altersvorsorge ausreicht? Mit einer „über den Daumen“-Sicht ist ein ganzer Lebensabschnitt schlecht zu planen.

Also los, nehmen Sie Ihren Ordner und schauen Sie nach:

  1. Letzte Renteninformation von der gesetzlichen Rente: Bitte beachten Sie die Hochrechnungen nicht, bei denen eine Steigerung des Rentenfaktors unterstellt wurde. Sie könnten später enttäuscht werden.
  2. Ihre betriebliche Altersvorsorge: Was haben Sie hier zu erwarten?
  3. Ihre privaten Vorsorgemaßnahmen, wie Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Fondssparpläne und Mieteinnahmen: Wie viel Geld wird zu Rentenbeginn zur Verfügung stehen?

Zählen Sie alles zusammen. Danach überlegen Sie realistisch, ob Sie die bisherigen Sparraten durchhalten können.

Im Anschluss kalkulieren Sie, wie viel Geld Sie im Ruhestand nach heutiger Kaufkraft zur Verfügung haben möchten. Also: Was bräuchte ich, wenn ich morgen mit dem Ruhestand beginnen würde? Notieren Sie sich diese Summe.

Jetzt kommt der Haken: die Inflation. Wenn Ihr Ruhestand in 30 Jahren beginnen soll, Sie dann jeden Monat 1.000 Euro zur Verfügung haben möchten und eine Inflation von 3% unterstellen, benötigen Sie zu Rentenbeginn jeden Monat 2.427 Euro – mehr als doppelt so viel. Wenn Sie dann 80 Jahre alt werden, sind das schon 4.384 Euro. Denn auch im Ruhestand gibt es eine Inflation – und glauben Sie bitte nicht, Sie könnten sich dann einschränken. Vielleicht denken Sie, dass 3% eine hohe Inflationsrate ist. Nach dem derzeitigen Stand ist das richtig – aber langfristig lag der Schnitt eher bei 3% als bei 1,8%. Sie können aber natürlich mit jeder beliebigen Ihnen angemessen erscheinenden Rate rechnen. Seiten wie www.zinsen-berechnen.de erlauben Ihnen, leicht und unkompliziert die Daten für verschiedene Annahmen zu ermitteln.

Möchten Sie zwei- oder dreitausend Euro pro Monat zur Verfügung haben, multiplizieren Sie diese Summen. Jetzt haben Sie eine erste Idee, was auf Sie zukommt.

Denken Sie daran, der Staat überlässt dem Bürger mehr und mehr die Verantwortung für seinen Ruhestand. Besser, Sie kümmern sich früher als später. Sonst weinen Sie vielleicht später. Was und wie Sie sparen müssten, um eine schöne eigene Zusatzrente zu erlangen – davon demnächst mehr.

Ihre Stefanie Kühn