So wollen Ferrero, Nestlé & Co. bei der Lebensmittel-Ampel tricksen

Damit die Ampel auf Nutella-Gläsern künftig nicht auf Rot steht, will Ferrero – wie viele andere Unternehmen auch – tricksen. (Bild: AFP)

In anderen Ländern wie Großbritannien oder Frankreich können Verbraucher mit einem Blick erkennen, wie gesund oder ungesund ein bestimmtes Produkt ist. Für den Fall, dass die Lebensmittel-Ampel auch in Deutschland kommt, haben sich die großen Konzerne schon einen Trick ausgedacht.

Wie gesund oder schädlich ein Produkt ist, hängt im Wesentlichen von vier Faktoren ab: Zucker, Salz, Fett, gesättigte Fette. Um den Verbrauchern die Einordnung zu erleichtern, werden diese Inhaltsstoffe in manchen Ländern mit den Ampel-Farben versehen. Grün gibt es für eine geringe Menge, Gelb für eine mittlere und Rot für eine hohe. Logisch, dass man sich dabei jeweils auf die gleiche Menge bezieht, die bei 100 Gramm liegt.

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Aus ihrer Sicht ist es verständlich, dass große Konzerne wie Coca Cola, Unilever und Nestlé bislang verhindert haben, dass die Ampel-Kennzeichnung auch in Deutschland eingeführt wird. Viel Rot auf einer Verpackung könnte schließlich auch jene Klientel vom Kauf abhalten, für die der Gesundheitsaspekt der Lebensmittel nicht an erster Stelle steht.

Und so wollen die Konzerne sich eines Tricks bedienen, um das verrufene Rot auf ihren Packungen schon im Vorfeld zumindest in ein gefälligeres Gelb zu verwandeln: Indem sich die Angaben nicht auf die üblichen 100 Gramm beziehen, sondern lediglich auf „eine Portion“. Was dabei als eine Portion definiert wird, läge im Ermessen der Unternehmen. Mit der unsinnigen Konsequenz, dass zum Beispiel ein 42-Gramm-Lion von Nestlé die Ampelwerte von nur 30 Gramm, laut Nestlé eine Portion, aufgedruckt bekäme. Eine Portion Nutella liegt bei 15 Gramm – auch das ist eine unrealistisch niedrige Menge.

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In der „Bild“ urteilt Oliver Huizinga von der Verbraucher-Organisation Foodwatch: „Was für ein fieses Lobby-Manöver: Nestlé, Coke & Co. kapern die eigentlich sinnvolle Idee einer verbraucherfreundlichen Nährwertkennzeichnung und führen sie mit ihrer Pseudo-Ampel ad absurdum.“ Während sich die Unternehmen mit der Initiative als Problemlöser in puncto steigender Fettleibigkeit darstellen wollten, seien sie in Wirklichkeit dessen Verursacher.

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