Woidke: Grenze zu Polen soll für Pendler passierbar bleiben

·Lesedauer: 1 Min.

POTSDAM (dpa-AFX) - Nachdem die Bundesregierung Polen wegen hoher Corona-Infektionszahlen zum Hochinzidenzgebiet erklärt hat, will die Brandenburger Landesregierung die Grenze zum Nachbarland für Pendler passierbar halten. Wegen der Entscheidung der Bundesregierung gälten bereits ab Sonntag strengere Regeln, sagte Woidke am Samstag. Zentraler Punkt der strengeren Einreiseregeln ist nach Angaben der Staatskanzlei, dass zusätzlich zu der bereits bestehenden Quarantänepflicht und der digitalen Einreiseanmeldung grundsätzlich ein aktueller negativer Corona-Test vorliegen muss.

"Wir tun aber alles, um grenzüberschreitendes Leben und Arbeiten so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, indem wir Ausnahmeregelungen für Grenzpendler vorsehen", sagte Woidke. Brandenburger und Polnische Grenzgänger, die wegen ihrer Arbeit, Schule, Studium oder zum Besuch enger Angehöriger die Grenze passieren müssten, seien von der Quarantänepflicht ausgenommen, teilte die Staatskanzlei mit. Berufspendler müssten sich aber zwei Mal wöchentlich testen lassen. Die Landesregierung unterstütze dies mit dem Aufbau von vorerst drei Teststationen in Frankfurt (Oder), an der Autobahn A12 und in Guben (Spree-Neiße).

Nach Angaben der Staatskanzlei liegt im Nachbarland die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche über dem Wert von 300. "Ich bedaure das sehr und wünsche unseren polnischen Nachbarn, dass sich die Situation bald wieder entspannt", sagte Woidke. "Ich will in Kürze die Situation mit meinem polnischen Partner beraten."