Wochenlanger Tarifstreit beendet: Einigung zwischen Bahn und Lokführer-Gewerkschaft GDL

·Lesedauer: 2 Min.
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Der seit Monaten andauernde Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) ist beendet. Personen, die an der Verhandlung beteiligt waren, berichteten übereinstimmend, dass es in der Nacht von Mittwoch, dem 15. September, auf Donnerstag zu einer Einigung gekommen ist. Business Insider meldete die Einigung vorab.

Diese wurde am Donnerstag dann in einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt und sieht folgendermaßen aus: Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Dezember um 1,5 Prozent und 1. März 2023 um 1,8 Prozent. Im Dezember gibt es eine Corona-Prämie über 600, 400 oder 300 Euro je nach Eingruppierung. Im März 2022 gibt es eine weitere Corona-Prämie um 400 Euro. Die Laufzeit dieser Einigung geht bis Oktober 2023.

Die GDL forderte zuletzt 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn bot dagegen an, die Tariferhöhung über 36 Monate zu strecken. Zudem sollte es eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 400 bis 600 Euro geben. Dazu soll es eine nicht genau definierte Entgeltkomponente geben. Die GDL hatte in dieser Tarifrunde bislang dreimal gestreikt und dabei neben Pendlern auch viele Urlaubsreisende getroffen. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.

Bei einer Pressekonferenz nannte Weselsky die Einigung einen "guten Kompromiss". Er bedankte sich auch bei den Ministerpräsidenten Daniel Günther (Schleswig-Holstein, CDU) und Stephan Weil (Niedersachsen, SPD), die bei den Verhandlungen vermittelt hatten. Martin Seiler, Personalvorstand bei der Deutschen Bahn, kommentierte: "Der gordische Knoten ist gelöst." Weil sagte: "Heute können sich über diese Einigung alle freuen."

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer begrüßte die Einigung. Das Ergebnis stehe und sei eine "Erleichterung für Millionen Bahnkunden und auch für die deutsche Wirtschaft", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag. Er habe immer an beide Tarifparteien appelliert, am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden. "Nach den Grundsätzen der Tarifautonomie habe ich mich eben nicht eingemischt, aber intensiv gekümmert", sagte Scheuer. Der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn.

Der Minister betonte: "Jetzt werden wir schnellstmöglich wieder an die steigenden Fahrgastzahlen anknüpfen. Wir brauchen nach Corona wieder die schnelle Erholung des Unternehmens." Auch er dankte den Ministerpräsidenten Weil und Günther.

mit dpa

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.