Wochenlanger Tarifstreit beendet: Einigung zwischen Bahn und Lokführer-Gewerkschaft GDL

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Es ist ein entscheidender Fortschritt: Nach Informationen von Business Insider gibt es in dem seit Monaten andauernden Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) eine Einigung. Personen, die an der Verhandlung beteiligt waren, berichten übereinstimmend, dass es in der Nacht von Mittwoch, dem 15. September, auf Donnerstag zu einer Einigung gekommen ist.

Über Details der Einigung wollen Bahn und GDL auf einer kurzfristig anberaumtem Pressekonferenz um 10.30 Uhr informieren. Die GDL forderte zuletzt 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn bot dagegen an, die Tariferhöhung über 36 Monate zu strecken. Zudem sollte es eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 400 bis 600 Euro geben. Dazu soll es eine nicht genau definierte Entgeltkomponente geben.

In der Einladung zur Pressekonferenz heißt es, Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky würden darin über den Sachstand der Tarifverhandlungen informieren. Die Bahn wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob es zu einer Einigung gekommen sei. Die GDL war nicht zu erreichen.

An der Pressekonferenz nehmen auch die Ministerpräsidenten Niedersachsens und Schleswig-Holsteins, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), teil, wie es in der Einladung weiter hieß. In den vergangenen Tagen hätten „intensive Gespräche stattgefunden, um in der Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn AG (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Sinne der Fahrgäste und der Beschäftigten gemeinsame Lösungen zu finden“.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft am Wochenende ein erweitertes Angebot vorgelegt, das diese bislang nicht abgelehnt hat. Die mit der GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erklärte, sie rechne mit Verhandlungen zwischen beiden Seiten und einem Tarifabschluss in wenigen Tagen.

Die Bahn hatte am Samstag mitgeteilt, der Arbeitnehmerseite mit einer zusätzlichen „Entgeltkomponente“ einen großen Schritt entgegenzukommen. Details veröffentlichte sie nicht. Die GDL kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte, „zu gegebener Zeit“ über weitere Schritte zu informieren.

Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro. Die Entgeltkomponente soll darüber hinaus gezahlt werden. Wie hoch sie sein und wie sie ausgezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die GDL hatte in dieser Tarifrunde bislang dreimal gestreikt und dabei neben Pendlern auch viele Urlaubsreisende getroffen. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.

mit dpa

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