Woche im Roten Rathaus: Die Verkehrssenatorin und der Stillstand

Regine Günther

Berlin. Gilbert Schomaker

Regine Günther atmete noch einmal durch. "Ich bin froh, dass ich pünktlich bin", sagte Berlins Verkehrssenatorin am Mittwoch bei einem Frühstück in der Industrie- und Handelskammer. Ziemlich lange habe sie bei der Anfahrt nach Charlottenburg im Stau gestanden. Günther nutzte die Chance und verwies auf die 107 Stunden, die die Berliner im Jahr im Stau stehen. Dagegen wolle sie etwas tun.

Das Bild passt irgendwie an diesem Morgen. Günther, die als Parteilose von den Grünen in den Senat geholt wurde, will schnell vorankommen – aber alles dauert. Nicht nur auf der Straße, sondern auch im Politischen. Das wurde auch bei ihrem Vortrag mehr als deutlich.

Die 1962 in Kaiserslautern geborene Politikerin hat jahrelang beim World Wide Fund For Nature (WWF) gearbeitet. Sie ist international vernetzt und gilt als Klimaexpertin. Obwohl sie seit 25 Jahren in Berlin wohnt, hatte sie vor ihrem Eintritt in den Berliner Senat kaum Berührungspunkte mit der Landespolitik. Für die Grünen bekleidet sie ein strategisch wichtiges Ressort. Der Verkehr gilt als ureigenes Thema der Umwelt-Partei. Günther muss für die Grünen punkten. Es ist auch ein großes Ressort mit viel Geld und vielen Mitarbeitern. Das dachte Günther zumindest, als sie ihren Job vor zehn Monaten antrat. Doch dann musste sie feststellen, wie sie bei der IHK erzählte, dass ihre Verwaltung aufgrund der vorangegangenen Sparmaßnahmen personell teilweise geradezu entkernt war. Zum Beispiel bei den Tiefbauingenieuren. Die bra...

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