Woche im Roten Rathaus: Fundis gegen Realos: Grüner Streit um Canan Bayram

Canan Bayram

Er ist wieder aufgebrochen, der Kampf zwischen Fundis und Realos bei den Grünen. Wenige Tage vor der Bundestagswahl ist die Stimmung bei den Berliner Grünen im Keller. Warum? Weil die Kandidatin der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg, Canan Bayram, in ihrem Wahlkreis ihr ganz eigenes Ding dreht und dabei offensichtlich vergisst, dass die Grünen mehr sind als Friedrichshain-Kreuzberg.

Der Reihe nach: Bayram, 51 Jahre alt, lange Zeit im Abgeordnetenhaus, 2009 von der SPD zu den Grünen gewechselt, tritt im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg die Nachfolge von Hans-Christian Ströbele (78), Urgestein und Vorzeige-Grüner im Bundestag, an. Ströbele gewann den Wahlkreis immer direkt, was bundesweit ja auch eher selten ist, Bayram will es ihm nachtun. Doch die Fundi-Frau ist in der eigenen Partei nicht unumstritten, vor allem wegen ihrer meist verständnisvollen Haltung gegenüber Linksradikalen wie denen in der Rigaer Straße, wegen ihrer stets harschen Kritik an der Berliner Polizei.

Manch einem Grünen fiel auf, dass in Friedrichshain-Kreuzberg kaum Plakate der Bundespartei, dafür umso mehr von Bayram hängen. (Was von der Berliner Parteiführung aber bestritten wird.) Manch Grüner war auch irritiert, als der Wahlbrief von Bayram eintraf, in dem sie offensiv darum wirbt, ihr die Erststimme zu geben, aber wenig für die Grünen und die Zweitstimme tut. "Nur mit einem Direktmandat kann ich Mitglied im Bundestag werden", heißt es da. Und: "Dadurch bin ich unabhängig und kann mehr für die Mensche...

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