Die Woche im Rathaus: Das neue Toilettenkonzept des Senats ist eine Schnapsidee

Öffentliche Toilette auf dem Kurfüstendamm

Glauben Sie mir: Ich wünsche mir eine Woche, in der der rot-rot-grüne Senat mal etwas beschlossen oder initiiert hat, das es zu loben gilt. Ein großes Lob, gar ein kleines Lob würden mir wirklich nicht schwerfallen. Nur: Es gibt den Anlass nicht. Auch in dieser Woche nicht.

In die reguläre Pressekonferenz nach der Senatssitzung am Dienstag kam in dieser Woche die Senatorin für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz, Regine Günther (parteilos, für die Grünen). Sie durfte im Namen des Senats das neue Toilettenkonzept vorstellen. Das Thema haben SPD, Linke und Grüne nach der Wahl im vergangenen Jahr für sich entdeckt. Die Firma Wall, die die öffentlichen Toiletten in Berlin betreibt, macht das seit Jahren gut und zuverlässig, die Dinger sind modern und sauber, kosten 50 Cent pro Benutzung, also alles okay. Finanziert wird das durch ein Kopplungsgeschäft. Wall darf Werbeflächen in Berlin verkaufen – man kennt das beispielsweise von den Bus- und Straßenbahnhaltestellen. Damit lässt sich viel Geld verdienen. Geld, auf das Sozialdemokraten, Grüne und Linke nun scharf sind.

Als die Idee aufkam, dachte ich noch: Gut, sollen sie das mal diskutieren. Aber sie werden schon einsehen, dass sie ganz andere Probleme lösen müssen, dass die Verwaltung jetzt schon überfordert ist. In einer Stadt, wo es den Bezirken noch nicht einmal gelingt, die Grünanlagen zu pflegen oder die Brunnen zum Sprudeln zu bringen, wird man sich doch nicht an den Toiletten versuchen wollen. Dachte ich. Zumal Berlin auf erfolg...

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