WM-Qualifikation: Der Niedergang der Niederlande

Memphis Depay, Arjen Robben, Ryan Babel, Vincent Janssen (v.l.) und die große Leere angesichts des bevorstehenden Scheiterns in der WM-Qualifikation

Berlin.  Dieser eine Reflex, diese Glanztat von Iker Casillas, dessen Fuß den Schuss von Arjen Robben am Tor vorbei lenkte im Endspiel der Fußball-WM 2010 – vielleicht war es der entscheidende Moment, der alles ins Rollen brachte. Statt der großen Euphorie nach dem ersten globalen Titel, des endgültigen Sprungs aus dem großen Schatten der Goldenen Generation um Johan Cruyff, verharrte der Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond (KNVB) in seinem Ist-Zustand.

Doch Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt, erst recht im Profifußball. Also stand jener Robben, nun 33 Jahre alt, knapp siebeneinhalb Jahre später vor den Kameras, um desillusioniert festzuhalten: "Ich würde den Rechenschieber mal schön zu Hause lassen." Das 3:1 in Weißrussland – und damit auch alle realistischen Wege zur WM 2018 nach Russland – wurden durch ein 8:0 Schwedens gegen Luxemburg torpediert.

Am Dienstag braucht es im direkten Duell einen Sieg der Niederländer gegen die Skandinavier mit sieben Toren Unterschied, um wenigstens das Play-Off zu erreichen. Doch selbst den Protagonisten fehlt der Glaube daran. Der Niedergang der Niederlande, der so kleinen, großen Fußball-Nation, die mit WM-Rang drei in Brasilien 2014 noch mal kurz aufleuchtete, hat nach der verpassten EM in Frankreich 2016 einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Trainer Advocaat blamiert sich

Die Zeitung "AD" umschrieb den Zustand, der sich nicht erst in Weißrussland offenbarte, wie folgt: "Die Niederlande haben ein qualitätsarmes Team ohne Top-Spieler – nur den alt...

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