WM-Quali: Sorgen wegen Drogenkrieg

Die Militärpolizei soll für die Sicherheit rund um das Playoff-Spiel zwischen Honduras und Australien sorgen

Gastgeber Honduras hat die australische Nationalmannschaft vor dem WM-Playoff-Spiel in der berüchtigten Metropole San Pedro Sula beruhigt. Das Team habe "nichts zu befürchten", teilte die örtliche Polizei mit.

Das Estadio Olimpico Metropolitano, in dem die Socceroos am Freitag (23 Uhr im LIVETICKER) das Hinspiel um das WM-Ticket bestreiten, grenzt an ein Zuckerrohrfeld, auf dem Gangs jahrelang ihre mit Kettensägen zerstückelten Opfer verscharrt hatten.

Die Sicherheitslage in der mittelamerikanischen Stadt sei seit vier Jahren deutlich verbessert, sagte Polizeisprecher Jorge Rodriguez. Die Australier würden in Ruhe "Tortillas und Hühnchen" essen können.

San Pedro Sula war aufgrund von Drogenkriminalität mehrere Jahre lang die Stadt mit den weltweit meisten Morden pro 100.000 Einwohner.

Riesiges Polizeiaufgebot

Rund um das Stadion werden am Freitag 1200 Polizeikräfte und Soldaten im Einsatz sein. Die Spielstätte wird zudem mit Stacheldraht umzäunt, auch Drohnen mit Videokameras kommen zum Einsatz. "Diese Strategie hat schon bei den Spielen gegen die USA, Costa Rica und Mexiko gut funktioniert", sagte Rodriguez.

Ganz beruhigt hat sich die Lage in San Pedro Sula aber noch nicht. Santos Leonel Reyes, der in der staatlichen Gerichtsmedizin die Opfer von Gewaltverbrechen untersucht, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Vor vier Jahren kamen hier im Schnitt 24 Leichen pro Tag an. Jetzt sind es drei pro Woche."

Das Rückspiel findet am 15. November in Sydney statt. Der Gewinner fährt zur WM 2018 in Russland.