"Kann es nicht allein richten": WM für Messi in Gefahr

Platzt der argentinische Titeltraum schon in der Qualifikation?

Während Rekordweltmeister Brasilien mit einem 2:0 über Ecuador den neunten Sieg in Serie gefeiert hat, ist Argentinien in der WM-Qualifikation erneut gestrauchelt.

Das Team um den fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi kam in der Nacht gegen Erzrivale Uruguay nicht über ein 0:0 heraus. 

Nachdem die Mannschaft das Spiel in der ersten Halbzeit noch dominiert hatte, bot das Team von Trainer Jorge Sampaoli in der zweiten Hälfte aber eine trostlose Vorstellung.

Der einzige Argentinier, der sich in guter Form präsentierte, war Messi. Gegen aggressive Uruguayer fand aber auch der Superstar des FC Barcelona keine Mittel. (WM-Quali Südamerika: Tabelle)

"Messi kann es nicht allein richten"

"Messi gegen alle. Der Floh kann es gegen Uruguay nicht allein richten", schrieb die argentinische Tageszeitung Ole nach dem Spiel.

"Leo war großartig, immer zu finden. Ich bin mit seiner Leistung zufrieden", lobte Trainer Sampaoli seinen besten Mann. "Leider stimmt das Ergebnis nicht."

Mit 23 Punkten liegt die Albiceleste aktuell nur auf dem Playoff-Platz fünf. Die Verfolger aus Peru und Paraguay sitzen dem Vize-Weltmeister mit zwei Punkten Rückstand im Nacken. 

Trügerisches Restprogramm

Trotz der schwachen Ausgangslage hat das Team noch die Chance, sich aus eigener Kraft für das Turnier zu qualifizieren. In den verbleibenden drei Spielen geht es gegen Venezuela, Peru und Ecuador. 

Was auf dem Papier nach einem leichten Restprogramm aussieht, hat für Messi und Co. enormes Stolperpotential. 

Angesichts der engen Konstellation in der Gruppe kann nur eine weitere Niederlage das WM-Aus bedeuten. In der Gruppe liegen die Plätze zwei bis acht innerhalb von gerade einmal fünf Punkten. (WM-Quali Südamerika: Ergebnisse und Spielplan)

Brasilien marschiert

An der Spitze zieht Brasilien einsam seine Kreise. 

Unbeirrt vom Dilemma der Konkurrenten fuhren Neymar und Co. in Porto Alegre gegen Ecuador (2:0) ihren neunten Eliminatorias-Sieg in Folge ein. Der Rekordweltmeister ist mit elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Kolumbien nicht mehr von Rang eins zu verdrängen.

Barcelona-Neuzugang Paulinho brach nach 68 Minuten das Abwehr-Bollwerk der Gäste, ehe Philippe Coutinho sieben Minuten später für die Entscheidung sorgte und anschließend in Tränen ausbrach.

Kurioserweise ist der Offensivspieler wegen einer Verletzung und seinem Wechselwunsch nach Barcelona von Trainer Jürgen Klopp in der neuen Saison beim FC Liverpool noch nicht eingesetzt worden.

Vidal leitet Chile-Pleite ein

Einen herben Rückschlag muss derweil Copa-America-Sieger Chile um Arturo Vidal verkraften.

Der Mittelfeld-Star des FC Bayern leitete die 0:3-Klatsche gegen Paraguay mit einem Eigentor ein - und drohte nach Abpfiff mit seinem Rücktritt.

"All die Menschen in diesem Land, die mir schlechte Dinge wünschen, sollten jetzt sehr glücklich sein. Aber keine Angst, ich bin kurz davor, die Mannschaft zu verlassen", schrieb Vidal auf Twitter.


Bayern-Star droht mit Rücktritt 

Hintergrund: Drei Tage vor dem wichtigen Qualifikationsspiel war der "Krieger" negativ in die Schlagzeilen geraten.

Übereinstimmenden chilenischen Medienberichten zufolge soll ein von ihm organisierter Casino-Abend mit Freunden in den frühen Morgenstunden eskaliert und von der Polizei beendet worden sein.

Vidal wies die Vorwürfe zurück und betonte, nur mit seinen Freunden zu Abend gegessen und sich anschließend nach Hause begeben zu haben. Auch der Polizeibericht entlastete ihn.


Trotzdem riss die scharfe Kritik seiner Landsleute nicht ab - und sorgte dafür, dass sich der 30-Jährige nach der Pleite gegen Paraguay noch mehr ärgerte als ohnehin schon.

Schwieriges Restprogramm für Chile

Die Lage der Chilenen ist heikel: Durch die Niederlage müssen auch sie um die Qualifikation für die WM in Russland bangen. 

Das Restprogramm des amtierenden Copa-America-Siegers, der aktuell nur Platz vier der Südamerika-Gruppe belegt, ist jedenfalls nicht von Pappe. (WM-Quali Südamerika: Ergebnisse und Spielplan)

Gegen Bolivien und Ecuador sind zwei Siege gefordert, um mit einem guten Gefühl in das abschließende Spiel gegen Spitzenreiter Brasilien zu gehen.