So geht es mit Darts-Queen Sherrock weiter

Tobias Wiltschek, Hartwig Thöne, Jana Wosnitza

Fallon Sherrock strahlte, so wie sie zuvor in den Tagen von London immer gestrahlt hat.

Auch das Publikum im altehrwürdigen Ally Pally jubelte ihr frenetisch zu, wie bei ihren Siegen gegen Ted Evetts und Mensur Suljovic. (Spielplan und alle Ergebnisse der Darts-WM 2020)

Dass die Engländerin diesmal ihr Spiel bei der PDC Darts-WM verloren hat, erkannte man nur an der Ergebnisanzeige - und sicher auch an der Reaktion ihres Gegners.


Chris Dobey verließ nicht fluchtartig die Bühne wie Suljovic ein paar Tage zuvor, er klatschte höflich Beifall für seine unterlegene Gegnerin. Seine Erleichterung, nicht das nächste Opfer der jungen Frau aus Milton Keynes zu sein, stand ihm ebenfalls ins Gesicht geschrieben.

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Sherrock: "Die zwei schönsten Wochen"

Während er am Samstagabend nun Glen Durrant im Achtelfinale herausfordert, ist der Traum für Sheerock beendet.

"Es waren sicherlich die zwei schönsten Wochen in meinem Leben", sagte Sherrock nach ihrer Niederlage bei SPORT1. Sie habe sich so sehr über alles gefreut, was in den vergangenen Tagen passiert sei.

Im selben Atemzug sagte sie dann aber auch: "Jetzt beginnt der Alltag wieder." Und es klang ein wenig bedauernd, dass die große Zeit im Rampenlicht der Sport-Öffentlichkeit für sie erst einmal vorbei ist.


Im Januar steigt die Frauen-WM der BDO

Allerdings wird sie sich nur kurz von der Darts-Bühne verabschieden. Schon am 4. Januar beginnt die Frauen-WM der BDO (British Darts Organisation), des Konkurrenz-Verbandes der PDC.

"Mein nächstes Ziel wird es sein, die Frauen-WM zu gewinnen", gibt sie sich bei SPORT1 selbstbewusst. Bei dem Turnier stand sie 2015 zwar schon einmal im Finale gegen ihre Landsfrau Lisa Ashton, gewinnen konnte sie es bislang aber noch nicht.

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Sherrock in New York und Magdeburg

Doch nicht nur bei der BDO stehen die nächsten Termine für die gelernte Friseurin schon fest, auch bei der PDC darf sich die 25-Jährige im kommenden Jahr wieder beweisen.

Am Rande der WM in London gab die PDC bekannt, dass Sherrock bei der World Series of Darts in New York dabei sein darf – selbstredend als allererste Frau. Am 5. und 6. Juni werden im Big Apple dann auch Michael van Gerwen sowie acht nordamerikanische Qualifikanten ihre Kontrahenten sein.

Schon zuvor, am 29. Mai, wird sie auch in Deutschland zu sehen. Bei der Darts-Gala in der Messe in Magdeburg bestreitet sie ein Exhibition-Turnier. "Alles was jetzt kommt ist Bonus – genauso wie das Event in Magdeburg, auf das ich mich sehr freue", sagte sie nach ihrem Sieg über Suljovic.


Der zur Veranstaltung in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts, bei der auch Gerwyn Price und Daryl Guerney teilnehmen werden, wird nicht Sherrocks einziger Ausflug nach Deutschland sein.

Welche Turniere sie genau spielen wird, ist derzeit noch ebenso ungeklärt wie die Frage, ob sie an der PDC-Tour 2020 teilnehmen wird. Um sich dafür direkt zu qualifizieren, hätte sie bei der WM das Halbfinale erreichen müssen.

Doch auch über die Qualifikationsturniere im Januar, der sogenannten Q-School, könnte sie sich die Tour Card, die erst einmal nur die 64 besten der Weltrangliste bekommen, verdienen. Damit wäre sie dann auch bei den Turnieren der European Tour startberechtigt.

Startet Sherrock in der Premier League?

Selbst eine Teilnahme an der prestigeträchtigen Premier League ist nicht ausgeschlossen.

Sollte die PDC das Format aus dem letzten Jahr auch für die kommende Austragung übernehmen, könnte sie als so genannter Contender neben den neun gesetzten Spielern an einem ausgewählten Abend dabei sein.


Mit dem Contender-Modus hatte die PDC 2019 aus der Not eine Tugend gemacht, nachdem Gary Anderson wegen einer Verletzung seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.

Verbandsboss Barry Hearn kann sich eine Fortführung gut vorstellen. "Ich denke, die Contenders-Idee hat in der Premier League gut funktioniert", sagte der Engländer bei RTÉ Sport: "Es muss noch final entschieden werden. Aber ich sehe für eine Fortsetzung gute Chancen."

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Schon kurz nach dem WM-Finale am 1. Januar wird mit einer offiziellen Entscheidung gerechnet.

"Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die nahe Zukunft für mich bereithält. Aber das ist auch das Spannende daran", sagte Sherrock bei SPORT1.

An Gelegenheiten, ihr Können auch 2020 unter Beweis zu stellen, dürfte es ihr aber nicht mangeln.