WM-Bewerber Marokko sieht keine Probleme mit Menschenrechten

WM-Bewerber Marokko sieht keine Probleme mit Menschenrechten

WM-Kandidat Marokko sieht in der Menschenrechtsfrage kein Problem für seine Bewerbung um die Fußball-WM 2026. "Wir bereiten eine Weltmeisterschaft vor und wollen nicht die Welt neu erfinden", sagte Moulay Hafid Elalamy, Chef des Bewerbungskomitees. Verbandspräsident Fouzi Lekjaa ergänzte: "Unser Land hat große Fortschritte gemacht in Sachen Frauen- und Familienrechte. Wir müssen diese Dynamik nutzen, die gut für unser Land ist."
Außerdem sei ein anderer Bewerber "als eines der gefährlichsten Länder der Welt eingestuft" worden, sagte Elalamy: "Marokko ist eines der sichersten Länder der Welt." Gemeint haben dürfte der Marokkaner Mexiko, das gemeinsam mit den USA und Kanada als Dreierbewerbung einziger Konkurrent im Werben um die WM ist.
Vergeben werden soll das Turnier am 13. Juni in Moskau, einen Tag vor dem Anpfiff der WM 2018 in Russland. An der WM 2026 werden erstmals 48 Nationen teilnehmen. Allein deshalb gilt Marokko als krasser Außenseiter. Beobachter sehen allerdings in der Präsidentschaft von Donald Trump eine große Chance für die Nordafrikaner.
Unter anderem hatte der US-Präsident zuletzt angeblich einige arme Länder als "Dreckslöcher" bezeichnet, darunter wohl auch afrikanische Staaten. Da die WM nicht mehr vom Council, sondern vom FIFA-Kongress (211 Mitglieder) vergeben wird, könnten sich einige von Trump beleidigte Länder doch wieder gegen die USA aussprechen.
Marokko hatte zuletzt die britischen Berater von Vero Communications für die Kandidatur angeheuert, die unter anderem Paris auf dem Weg zum Zuschlag für die Olympischen Spiele 2024 unterstützt hatten. "Wir haben hier keine Schein-Kandidatur", sagte Elalamy. Lekjaa sprach von "einer Kandidatur für den gesamten Kontinent". Auf afrikanischem Boden war das Weltereignis bislang nur 2010 (Südafrika) ausgerichtet worden.