WM 2018: Attraktive Gruppe für Weltmeister Deutschland!

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Deutschland trifft in der Vorrunde der WM 2018 in Russland auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Das ergab die Auslosung am Freitagabend in Moskau. Yahoo Sport hat alle Infos der Gruppenauslosung. 

Um dieses Ding geht’s: Am 15. Juli 2018 wird der neue Weltmeister den WM-Pokal in den Händen halten

Die acht Gruppen im Überblick: 
Gruppe A: Russland (Gastgeber), Saudi-Arabien, Ägypten, Uruguay

Russland und Saudi-Arabien bestreiten das Eröffnungsspiel am 14. Juni 2018 um 17 Uhr MESZ.

Gruppe B: Portugal, Spanien, Marokko, Iran

Gruppe C: Frankreich, Australien, Peru, Dänemark

Gruppe D: Argentinien, Island, Kroatien, Nigeria

Gruppe E: Brasilien, Schweiz, Costa Rica, Serbien

Gruppe F: Deutschland, Mexiko, Schweden, Südkorea

Deutschland eröffnet das Turnier am Sonntag, 17.06.18 (17 Uhr MESZ) in Moskau gegen Mexiko. Am Samstag, 23.06.18, ist Schweden der Gegner des Weltmeister in Sotschi. Anstoß ist um 17 Uhr MESZ. Gegen Südkorea muss die DFB-Elf am Mittwoch, 27.06.18 (16 Uhr MESZ) in Kasan antreten.

Sollte sich Deutschland für das Achtelfinale qualifizieren, bekäme es der Weltmeister mit einer Mannschaft aus der Gruppe E zu tun – evtl. Brasilien!

Gruppe G: Belgien, Tunesien, England, Panama

Gruppe H: Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

Die deutsche Gruppe

Die Reaktionen: 

Joachim Löw (Bundestrainer): “Erschrocken bin ich jetzt sicherlich nicht. Mexikaner kennen wir vom Confed Cup, die Schweden aus Europa, Südkorea ist etwas unbekannt für uns. Egal in welcher Gruppe wir sind, wir müssen weiterkommen. Sportlich sind das sehr interessante Gegner. In der Gruppe wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung legen. Das ist unser Ziel. Wenn man Weltmeister ist, schauen die anderen Nationen bewusst auf Deutschland, darauf, was in Deutschland passiert – auch nach dem Sieg im Confed Cup. Das merkt man, wenn man die Kollegen trifft. Andere Nationen haben aufgeholt, haben starke Teams und klasse Einzelspieler. Es wird eine spannende WM und wir freuen uns alle, wenn es losgeht.”

Manuel Neuer (Kapitän DFB-Elf): “Wir haben Gegner zugelost bekommen, die uns nicht unbekannt sind. Das ist mir immer am liebsten, wenn wir wissen, was auf uns zukommt. Es sind alles sehr ernstzunehmende Gegner, bei denen es aber unser klares Ziel sein muss, uns als Gruppenerster durchzusetzen. Mexiko spielt meist einen aggressiven Fußball. Auf die Schweden können wir uns gut einstellen. Da sie sich gegen Italien durchgesetzt haben, werden wir sie sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Südkorea ist bekannt spielstark. Es ist eine interessante Gruppe mit drei Gegnern aus drei Kontinenten.”

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): “Das ist eine sehr interessante Gruppe mit reizvollen Aufgaben für unsere Mannschaft. Ab jetzt beginnt für Joachim Löw und sein Team die Vorbereitung auf die ersten drei WM-Gegner.”

Die deutschen Gegner: Mexiko

Die Mittelamerikaner nehmen in Russland zum 16. Mal an einer WM-Endrunde teil. 1970 und 1986 erreichte Mexiko das Viertelfinale – jeweils bei der Heim-WM. Bei den letzten sechs WM-Endrunden schied Mexiko jeweils im Achtelfinale aus.

Deutschland traf bislang dreimal bei einer WM auf Mexiko. 1978 gewann die DFB-Elf in Argentinien in der Vorrunde mit 6:0. 1986 schaltete Deutschland den WM-Gastgeber im Viertelfinale im Elfmeterschießen aus (4:1) und 1998 in Frankreich schlug das DFB-Team Mexiko im Achtelfinale nach 0:1-Rückstand mit 2:1.

Der Star der Mexikaner ist Stürmer Chicharito von West Ham United. Zwischen 2015 und 2017 spielte “die kleine Erbse” für Bayer Leverkusen und erzielte in 54 Bundesligaspielen 28 Tore.

Mexiko spielt einen offensiv ausgerichteten Fußball und hat einige technisch starke Spieler in seinen Reihen. In erster Linie kommen “el Tri” aber über die Leidenschaft, die Mannschaft lebt in erster Linie von ihrem Einsatz.

Deutschland erwartet im ersten WM-Spiel eine heißblütige Truppe, die auch gegen den Weltmeister versuchen wird, mitzuspielen. Mexiko hat einen guten Angriff, die Achillesferse ist die Defensive. Beim Confed Cup im Sommer hatte Mexiko beim 1:4 gegen die DFB-Elf keine Chance.

Schweden

Der Albtraum für alle fußballbegeisterten Italiener! In zwei Playoffspielen brachten die Schweden den viermaligen Weltmeister zur Verzweiflung und warfen die Squadra Azzurra aus dem Rennen. In der Gruppenphase scheiterten bereits die Niederländer an den “Tre Kronors”.

Schweden hat sich durch die elfte WM-Teilnahme endgültig von Zlatan Ibrahimovic emanzipiert. Der Superstar hatte nach der EM 2016 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Den größten WM-Erfolg feierten die Schweden bei der Heim-WM 1958, als man erst im Finale Peles Brasilianern unterlag (2:5). Zudem stand Schweden zweimal im Halbfinale (1938 und 1994). Ihr letztes WM-Spiel bestritten die Skandinavier 2006 gegen Deutschland bei der 0:2-Niederlage im Achtelfinale. 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien war Schweden jeweils nicht qualifiziert.

Die Stärke der Mannschaft von Trainer Janne Andersson ist ganz klar die Defensive. Wer in 180 Minuten gegen Italien kein Gegentor zulässt, muss hinten einiges drauf haben. Die Schweden sind schwer zu knacken. Dagegen ist das Offensivspiel extrem bieder; mit Ball sind die Schweden weitgehend harmlos. Aufpassen muss Deutschland allerdings bei Standards. Das entscheidende Tor gegen Italien fiel nach einem Freistoß.

Die Stars der Mannschaft sind Abwehrchef Victor Lindelöf von Manchester United und Leipzigs Emil Forsberg.

Südkorea

Südkorea nimmt zum zehnten Mal an einer WM-Endrunde teil, seit 1986 ohne Unterbrechung. Erst zweimal überstanden die Asiaten die Vorrunde: 1954 (Aus im Achtelfinale) und 2002, als die Mannschaft bei der Heim-WM in der K.o.-Runde sensationell Spanien und Italien bezwang und erst im Halbfinale an Deutschland scheiterte (0:1). 1994 in den USA war Südkorea Vorrunden-Gegner der DFB-Elf und verlor mit 2:3.

Star der Mannschaft ist Heung-Min Son von Tottenham Hotspur. Son spielte von 2010 bis 2015 für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen und erzielte in 135 Bundesligaspielen 41 Tore. Bekannt aus der Bundesliga sind zudem die beiden Augsburger Ja-Cheol Koo und Dong-won Ji.

Südkorea verfügt ähnlich wie Mexiko über einige technisch versierte Spieler und hat seine Qualitäten im Angriff. Gepaart mit einer enormen Laufstärke kann Südkorea ein sehr unangenehmer Gegner sein.

Die WM-Teilnahme hing allerdings am seidenen Faden. Vor dem letzten Gruppenspieltag war Südkorea mit Syrien punktgleich und qualifizierte sich durch ein glückliches 0:0 in Usbekistan für die Endrunde in Russland.